Mainz (dpa/lrs) - Angesichts einer möglichen Rezession wegen der Corona-Pandemie hat der DGB in Rheinland-Pfalz und im Saarland zum Tag der Arbeit am 1. Mai zu gezielten Konjunkturhilfen aufgerufen. „Wir sollten die Unternehmen stärker fördern, die bereit sind, fair zu bezahlen und Tarifverträge mit den Gewerkschaften auszuhandeln“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Freitag in Mainz.
Unterstützung sollten vor allem diejenigen Unternehmen erhalten, „die daran mitwirken, die Probleme zu lösen, die unsere Gesellschaft auch schon vor der Corona-Pandemie beschäftigt haben“, forderte Muscheid. Dabei nannte er Klimaschutz und Digitalisierung. Auch Ausbildungsbetriebe sollten deshalb besonders unterstützt werden, da „die drohende Rezession dem Ausbildungsmarkt stark zusetzen wird“.
Die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) nannte die Möglichkeiten digitaler Arbeit als Chance in der Corona-Krise. Dabei verwies sie in einer Video-Botschaft auf die Forderung nach einem Recht auf Homeoffice. In diesem Jahr sei es das erste Mal, dass der 1. Mai nicht auf der Straße gemeinsam begangen werden könne, sagte Bätzing-Lichtenthäler. „Aber gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen wir uns befinden, zeigt sich doch, wie wichtig Solidarität in der Gesellschaft ist.“
Die gegenwärtige Ausnahmesituation habe das Arbeiten verändert, sagte die Ministerin. Viele seien von Kurzarbeit betroffen und müssten mit weniger Gehalt und Lohn auskommen, andere fürchteten um ihren Arbeitsplatz. „Und dann gibt es Beschäftigte im Bereich des Gesundheitswesens, der Pflege und der Daseinsfürsorge, die in den letzten Wochen und Monaten bis an ihre Grenzen und oftmals darüber hinaus arbeiten mussten.“
