Lohne (dpa/lni) - Der Bedarf an Hilfsangeboten für ausländische Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor ist nach Angaben der Caritas auch in der Corona-Krise hoch. „Die Nachfrage ist gleichbleibend“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Caritas-Sozialwerks in Lohne, Heribert Mählmann. Zwar seien die Beratungsstellen im Oldenburger Münsterland für Besucher geschlossen. Sie führten die Beratungen aber unter den erschwerten Bedingungen mit Abstands- und Hygieneregeln weiter.
Erst Ende April hatte das Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth in Lohne im Jahresbericht für 2019 über gestiegene Fallzahlen berichtet. Das Team habe 276 Beratungsfälle im Vergleich zu 140 Fällen für 2018 verzeichnet, heißt es in dem Bericht. Ein Großteil der Ratsuchenden (126) stammt demnach aus Rumänien, gefolgt von 48 Syrern und 28 Bulgaren. Die meisten von ihnen seien an Schlachthöfen (97) angestellt. 43 Menschen arbeiteten in der Reinigungsbranche.
Die Beratungsteams in Cloppenburg und Vechta informieren seit Februar 2018 Arbeitsmigranten in schwierigen Beschäftigungs- und Wohnverhältnissen unter anderem über das geltende Arbeitsrecht. Das kostenfreie Angebot erfolgt oftmals mit muttersprachlicher Unterstützung. Träger des auf drei Jahre befristetet Projekts sind die Landkreise Cloppenburg und Vechta sowie die katholische Kirche. Ziel ist es, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen für die Betroffenen zu schaffen.
