Lebenskunst ist ...:... aus jeder Situation das Beste zu machen

Was man auch macht, irgendwas läuft immer anders als gewünscht. Dennoch sollte man die Lage akzeptieren und tun, was den größten Nutzen bringt.

Stefan F. Gross

Gibt es so etwas wie eine "Kardinaltugend" für ein erfolgreiches und glückliches Leben? Ja, die gibt es tatsächlich. Sie lautet: Gewöhnen Sie sich an, aus jeder Situation das Beste zu machen!

Regenwetter, ap

Selten läuft etwas so, wie man es sich wünscht: Kaum ist man auf Wanderschaft, setzt auch schon der Regen ein.

(Foto: Foto: ap)

Man braucht bloß die Überschriften zu lesen: Die Investmentbanken rasseln in den Abgrund. Die Polkappen schmelzen dahin. Die Meere sind überfischt. Die Schuhe kommen alle aus China. Wer sich von dieser planetaren Nachrichtenlage einfach mitreißen lässt, der wird mit den Nerven schnell am Ende sein. Genauso mit seiner Motivation und Tatkraft. Wozu morgens eigentlich noch aufstehen, wenn das Ende der Welt schon vor der Tür steht?

Aber auch im beruflichen und privaten Alltag herrschen bei den meisten von uns nur selten "ideale Bedingungen". Eher im Gegenteil. Worum es auch geht, was man auch macht, irgendetwas läuft immer anders als gewünscht.

Wanderschaft mit Regen

Eigentlich hatte man den Vormittag für eine dringende Arbeit reserviert. Jetzt verplempert man diese Zeit in einem Meeting. Eigentlich glaubte man, ein unangenehmes Problem sei längst vom Tisch. Auf einmal ändert ein Beteiligter seine Meinung und alles fängt wieder von vorne an. Eigentlich wollte man mit seiner Familie einen schönen Ausflug machen. Aber kaum ist man auf Wanderschaft, da setzt auch schon der Regen ein.

Und damit sind wir beim Knackpunkt. In jeder dieser Situationen gibt es zwei Reaktions-Möglichkeiten. Die erste besteht darin, die Lage zu beklagen und anschließend zu verkünden, dass unter diesen Umständen ein Weitermachen völlig sinnlos sei: "Aus und vorbei. Das war es jetzt. Das bringt doch nichts, sich bei diesen Verhältnissen weiter zu bemühen."

Positive Reaktionsroutine

Ganz anders sieht die zweite Reaktionsweise aus. Sie besteht darin, die Lage zu akzeptieren und gleichzeitig das zu tun, was einem im Augenblick den größten Nutzen bringt: "Klar, die Situation ist alles andere als perfekt, aber wir haben immer noch die folgenden Möglichkeiten, um das Beste aus ihr zu machen!"

Entscheiden Sie sich ab heute für Variante Nr. 2! Die Vorzüge einer solchen "positiven Reaktionsroutine" sind enorm. Sie lenken Ihren Blick auf Ihre Chancen. Sie schenken sich eine bessere Stimmung. Und Sie tun automatisch das, was Sie Ihren Wünschen und Zielen trotz allem ein Stück näher bringt. Deshalb:

1. Kein Selbstmitleid Jammern Sie nicht lange, wenn die Lage nicht die erhoffte ist. Damit würden Sie den anderen nur auf die Nerven gehen.

2. Keine Negativ-DeklamationenErklären Sie auch nicht endlos, warum nun alles so mies ist, dass man die Angelegenheit insgesamt vergessen kann. Damit würden Sie sich nur selbst die Energie rauben.

3. Gehen Sie stattdessen offensiv vor Nutzen Sie Ihre Gestaltungsmöglichkeiten. Suchen Sie nach Alternativen zu Ihren ursprünglichen Plänen. Und überlegen Sie ganz bewusst, welche Entscheidungen und Taten Ihnen jetzt am meisten helfen!

Stefan F. Gross ist Managementdozent, Autor und Kolumnist. Er beschäftigt sich intensiv mit dem Thema der Verbindung von beruflichem Erfolg mit persönlicher Lebenskunst. Seine Kolumne "Lebenskunst" erscheint jeden Dienstag auf sueddeutsche.de.

© sueddeutsche.de/bön
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