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Weiterbildung:Diese Angebote können Kurzarbeitende nutzen

Coronavirus - Erzwungene Digitalisierung - Koblenz

Private Hochschulen bieten Kurzarbeitenden gerade kostenfreie Teilnahme an ihren Fernstudiengängen an.

(Foto: Thomas Frey/dpa)

Mittlerweile gibt es immer mehr Programme, um Betroffene zu fördern. An welcher Universität kann man jetzt kostenlos studieren? Und wie hilft der Staat bei Weiterbildungen? Eine Übersicht.

In Deutschland haben schon jetzt mehr als 700 000 Betriebe während der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Für die betroffenen Beschäftigten heißt das in erster Linie weniger Arbeit, aber auch weniger Gehalt.

Was viele nicht wissen: Unter bestimmten Bedingungen übernimmt der Staat Weiterbildungen für Beschäftigte in Kurzarbeit. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales können Angestellte voll oder teilweise gefördert werden, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • In der Weiterbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die über ausschließlich "arbeitsplatzbezogene Anpassungsfortbildungen" hinausgehen.
  • Der Erwerb des Berufsabschlusses des Geförderten liegt mindestens vier Jahre zurück.
  • Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer hat in den vergangenen vier Jahren vor Antragstellung nicht an einer nach dem Sozialgesetzbuch III geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen.
  • Die Weiterbildungsmaßnahme findet außerhalb des Betriebs statt und dauert mehr als 160 Stunden.
  • Die Maßnahme und der Träger der Weiterbildung sind für die Förderung zugelassen und die Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer sind vom Strukturwandel betroffen oder streben eine Weiterbildung in Engpassberufen an. Hiervon kann allerdings bei Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten abgewichen werden.
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Um gefördert zu werden, können sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte auf die Agentur für Arbeit zugehen. Die prüft anschließend, ob eine Unterstützung möglich ist. Bei positivem Ergebnis bekommen die Betroffenen Gutscheine, die sie bei einem für die jeweilige Förderung zugelassenen Träger einlösen können. In der Aus- und Weiterbildungs-Datenbank der Agentur für Arbeit lässt sich dann gezielt nach passenden Kursen und Weiterbildungen suchen.

Ein anderer Weg sind die Berufsinformationszentren, kurz BIZ, die es in ganz Deutschland gibt. Dort können sich Beschäftigte auch ohne Termin über Weiterbildungen informieren. Wegen der aktuellen Beschränkungen ist es aber in jedem Fall sinnvoll, sich vorab zu informieren, ob die jeweilige Stelle im Moment geöffnet hat.

Fernstudium für Kurzarbeitende

Mittlerweile haben auch einige Hochschulen in Deutschland spezielle Angebote für Kurzarbeitende aufgesetzt. An der privaten Hochschule IUBH können Betroffene, deren Arbeitsausfall mindestens 50 Prozent beträgt, bis zu sechs Monate kostenlos und ohne Vertragsbindung online studieren. Zur Wahl stehen 50 Studiengänge von IT und Technik bis Pädagogik und Psychologie, für die man sich per Mail anmelden kann. Das Angebot richtet sich auch an Selbständige, denen die staatliche Corona-Soforthilfe bereits genehmigt wurde.

Im Bachelor können Betroffene nach Angaben der Hochschule bis zu 1800 Euro sparen, im Master sind es sogar bis zu 3000 Euro. Nach Ende der sechs Monate entstehen keinerlei finanzielle Verpflichtungen, der Zugang zum Portal endet automatisch. Gleichzeitig können erworbene Kompetenzen auf ein späteres Studium angerechnet werden. Ähnlich läuft es an der ebenfalls privaten SRH-Fernhochschule. Auch hier können Kurzarbeitende ein halbes Jahr lang virtuell studieren, ohne etwas zu zahlen. Benötigt wird lediglich ein Nachweis der Kurzarbeit, der zusammen mit der Online-Anmeldung eingereicht wird.

Kostenlose Fernstudienhänge für Kurzarbeitende bieten aktuell neben den oben genannten auch die Hochschule Fresenius, die Akad University und die Wilhelm Büchner Hochschule an.

Harvard-Kurse vom Sofa aus

Es gibt aber auch jede Menge Angebote, die nicht an Kurzarbeit geknüpft sind. Wer zum Beispiel schon immer mal einen Kurs in Harvard belegen wollte, findet auf dieser Seite mehr als 400 kostenlose Kurse der renommiertesten Universitäten der Welt: die Ivy-League-Institutionen Brown, Harvard, Cornell, Princeton, Dartmouth, Yale, Columbia und University of Pennsylvania. Zur Wahl stehen alle möglichen Fachbereiche. Es gibt unter anderem auch einen Kurs mit dem schönen Titel "Question Reality! Science, philosophy, and the search for meaning".

© SZ.de/berk
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