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Kultusministerkonferenz:Gerechte Hauptschule

"Dasselbe für alle ist Pädagogik von gestern": Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle, hält am dreigliedrigen Schulsystem fest - trotz internationaler Kritik.

Das Land Berlin hat sich zur Abschaffung der Hauptschule durchgerungen. Das stößt nicht überall auf Zustimmung. Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Ludwig Spaenle, hat sich für das dreigliedrige Schulsystem und damit den Erhalt der Hauptschule ausgesprochen. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein differenziertes Schulsystem der Chancengleichheit gerechter wird als andere", sagte der CSU-Politiker in Berlin. Das zeige sich auch in Bayern.

Ist für den Erhalt der Hauptschule: der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle (CSU).

(Foto: Foto: AP)

"Dasselbe für alle ist Pädagogik von gestern." Statt die Hauptschule abzuwickeln sollte diese Schulform durch Fördermaßnahmen verbessert werden, sagte Spaenle. Er betonte, dass die Verantwortung für die Bildung bei den Ländern besser angesiedelt sei, "weil die Länderparlamente näher an den Menschen sind".

Internationale Kritik

Schüler mit Behinderungen sollten gemäß der UN-Konvention stärker in den Regelstudienbetrieb eingegliedert werden. Ziel sei es "die Zahl der behinderten Kinder in Regelschulen zu erhöhen", sagte Spaenle.

Die Vereinten Nationen kritisieren das deutsche Schulsystem seit Jahren. Insbesondere sozial schwache, ausländische und behinderte Schüler würden in dem dreigliedrigen System benachteiligt, sagte ein UN-Sonderberichterstatter im Jahr 2007. Die KMK wies die Kritik der UN schon damals zurück.

Spaenle ist seit 2008 bayerischer Kultusminister. Am 22. Januar tritt er sein einjähriges Amt als KMK-Präsident offiziell an.

© sueddeutsche.de/APN/holz

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