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Kreationismus in der Schule:Bibeltreuer Lehrplan

Schöpfungsmythen in der Früherziehung

Andere bewerteten Darwins Theorie als eine Art fehlgeleitete Religion. Die Debatte sei mitunter sehr emotional: "Bei mir in der Vorlesung sind schon Studenten aufgestanden und haben gesagt: 'Dieser Nautilus ist so schön, den kann nur ein Gott erschaffen haben.'"

Dass die biblischen Vorstellungen vom Garten Eden bei vielen verfangen, liege auch an der Sehnsucht nach "einfachen Antworten auf schwierige Fragen", sagt Leinfelder. Der Didaktiker Graf glaubt, dass Skepsis an der Evolutionstheorie auch durch die übermäßige Betonung von Schöpfungsmythen in der Früherziehung entsteht.

Manche Menschen hätten zudem ein "psychologisches Problem" mit der Vorstellung, von Affen abzustammen. Graf organisiert im Februar in Dortmund eine Konferenz, auf der sich europäische Forscher mit den Gefahren des Kreationismus befassen.

Diskussion im Darwin-Jahr

Eine "offene Diskussion" über Evolutions- und Schöpfungslehre wünscht sich derweil die evangelikale Studiengemeinschaft "Wort und Wissen". Vorträge von Vereinsmitgliedern würden im Darwin-Jahr von christlichen Gemeinden und Studentengruppen besonders nachgefragt, berichtet Geschäftsführer Reinhard Junker. Sein kreationistisches Werk "Evolution - ein kritisches Lehrbuch" liegt mittlerweile in sechster Auflage vor.

Dennoch stoße das Thema "Schöpfung" auch nach 30-jähriger Tätigkeit des Vereins bei den Deutschen nicht auf steigende Resonanz, sagt der gelernte Biologe - "auch wenn wir uns das wünschen würden".

In den USA freuen sich die Verfechter der biblischen Schöpfungslehre derweil weiter über Zuspruch. Die 6500 Quadratmeter des "Creation Museum" haben seit seiner Gründung Mitte 2007 schon mehr als eine halbe Million Besucher gesehen.