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Knigge im Restaurant:Das Wichtigste kommt zum Schluss

Die Tischmanieren

Fettnäpfchen im Büro

Bloß nichts falsch machen

Zu Tisch gilt es einige Verhaltensregeln zu beachten. Wird zu Beginn Brot gereicht, steht das auf der linken Seite und sollte nicht in die Mitte verschoben werden, wo später der Teller steht. Das Brot darf in ein mundgerechtes Stück gebrochen und auch in Dips oder Olivenöl getaucht werden. Gläser mit Stiel sollten Gäste auch an diesem anfassen. "Nicht am Kelch, das erwärmt den Wein." Zudem hinterlässt es teils fettige Fingerabdrücke.

Häufiger Stolperstein ist die Bouillon, hat Jochen Mai, Autor der "Karrierebibel" beobachtet. Grundregel sei: Nicht pusten, nicht schlürfen, nicht mit dem Brot tunken und den Löffel nur mit der Spitze zum Mund führen. Cremesuppen sowie Suppen mit Einlagen werden gelöffelt, klare Brühen dürfen hingegen auch getrunken werden. Vogelsang zufolge gilt dies aber nur, wenn die Suppe maximal Kaffeetassengröße hat oder in einem kleinen Glas serviert wird.

Als Hauptgang ist man am besten mit Speisen bedient, die sich leicht und unfallfrei essen lassen. So sollten Berufstätige lieber Risotto statt Spaghetti wählen, erklärt Karriereberaterin Carolin Lüdemann. Damit Arbeitnehmer sich beim Essen nicht mehr mit ihrer Gabel als mit den Aussagen der Geschäftspartner beschäftigen müssen, sollten sie deshalb Speisen wie Spaghetti oder Salat meiden.

Die Regel weißer Wein zu weißem Fleisch und roter zu dunklem werde zudem nicht mehr so streng gesehen. "Erlaubt ist, was schmeckt", erläutert Mai. Vogelsang zufolge gibt es nicht nur Fischrezepte, die mit Rotwein zubereitet werden. Leichte Rotweine eigneten sich auch zu besonders fettreichen Fischen wie Heilbutt oder Lachs. Zum ersten Schluck fordert Mai zufolge allein der Gastgeber auf - solange gilt es zu warten. Wer keinen Alkohol mag, dürfe ihn ohne Angabe von Gründen ablehnen.

Kleine Störgeräusche

Wer erkältet zu einem Geschäftsessen muss, braucht zum Naseputzen nicht jedesmal den Tisch zu verlassen. Denn es ist kein Tabu, dies kurz und leise bei Tisch zu tun. "In Deutschland darf man das", erläutert Vogelsang. Das gelte jedenfalls, solange man nicht in "Benjamin-Blümchen-Manier" ins Taschentuch trompetet. "Wenn ich mich einmal richtig ausschnupfen muss, gehe ich natürlich raus und mache das auf der Toilette."

In anderen Ländern ist die Etikette in diesem Punkt deutlich strenger: So sollten Geschäftsreisende in Amerika und Asien nicht auf die Idee kommen, sich bei Tisch die Nase zu putzen. "Gerade in Asien ist das völlig unmöglich. Das wäre so, als wenn jemand hier auf die Erde spucken würde", erklärt Vogelsang.

Eine Ungeschicklichkeit ist noch kein Drama

Ein umgestoßenes Weinglas beim Geschäftsessen ist kein Desaster - solange man gelassen damit umgeht, sagt Mai. "Bitten Sie diskret den Kellner heran, der die Spuren beseitigt." Ist der Nachbar nass geworden, genüge eine Entschuldigung und das Angebot, für etwaige Reinigungskosten aufzukommen. Die eigene Kleidung reinigt man auf der Toilette - nicht bei Tisch. Für Beobachter gelte: "Großzügig darüber hinwegsehen, nicht kommentieren."

Das Berufliche kommt nach dem Dessert

Bei Geschäftsessen ist Geduld gefragt. Denn eine klassische Etikette-Regel besagt: Über das Geschäftliche wird erst nach dem Dessert gesprochen, erklärt Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat in Bonn. "Ein solches Essen dient dazu, den persönlichen Kontakt zu stärken." Dafür müsse man sich genug Zeit nehmen. Geschäftliches sollte daher erst am Ende des Abends angesprochen werden. Allgemeine wirtschaftliche Themen sind während der Unterhaltung beim Essen zwar erlaubt. So könnten Teilnehmer erzählen, dass sich der Umsatz der Firma verbessert hat, erläutert Jarosch. Aufregerthemen und konkrete Verhandlungen seien aber tabu. Eine Ausnahme sei, wenn Geschäftsleute ausdrücklich zu einem Arbeitsessen einladen. "Dann weiß man ja vorher, was auf einen zukommt".

Die Rechnung

Wer bezahlt, sollte idealerweise zu Beginn des Essens geklärt sein, rät Jan Schaumann. Keinesfalls sollte einfach am Ende die gesamte Rechnung übernommen werden. "Das ist unhöflich und kann den Gegenüber in eine unangenehme Situation bringen." Ideal sei zu fragen "Darf ich Sie einladen?" und als Gastgeber später nicht am Tisch, sondern für den Gast nicht sichtbar am Tresen zu zahlen. Das vermeide den Eindruck der Rollenverteilung "gönnerhaft" versus "mittellos".

Wurde das Finanzielle nicht zu Beginn besprochen, sollte man später in jedem Fall auch das eigene Portemonnaie zücken, rät Imme Vogelsang. "Das signalisiert, dass man nicht darauf aus ist, sich aushalten zu lassen." In der Regel bezahle aber der Chef. Angestellte müssen Vorgesetzte dagegen nicht einladen.