Job Job-Experten sehen in Youtube ein "zukunftsträchtiges Berufsfeld"

Dass sich Youtuber zum Traumjob entwickelt, hat auch die Bundesagentur für Arbeit erreicht. Zwar fragten Schüler danach nicht in der Berufsberatung, doch sehen die Job-Experten in der Videoplattform durchaus ein "zukunftsträchtiges Berufsfeld", wie Jürgen Wursthorn von der Regionaldirektion Bayern bestätigt. "Deshalb klären wir auf Veranstaltungen auch über Internetberufe auf."

Auch bei der Kölner Internetwoche geht es am kommenden Mittwoch um das Thema "Berufswunsch Youtuber - Welche Jobs entstehen in der neuen Medienwelt?". Experten diskutieren über die Frage, wie eine Ausbildung im Bereich Youtube aussehen könnte und was sie vom herkömmlichen Berufsbild Mediengestalter Bild und Ton unterscheidet.

YouTube Wo liegt eigentlich der G-Punkt?
Aufklärung

Wo liegt eigentlich der G-Punkt?

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Die Mutter von Nachwuchs-Videomacherin Nele Struckhof könnte sich vorstellen, dass ihre Tochter hauptberuflich als Youtuberin arbeitet. Stefanie Struckhof unterstützte Neles Hobby von Anfang an. "Auch wenn ich mir natürlich einiges erklären lassen musste", sagt die 52-Jährige. Sie hat sich vor allem um die Privatsphäre ihrer Tochter gesorgt. Die genaue Adresse etwa soll in den Videos nicht auftauchen. "Das ist eben so Muttis Sicherheitsaspekt", sagt die Tochter.

Längst nicht alle Eltern bringen so viel Verständnis für die Youtube-Begeisterung ihrer Kinder auf. Dabei gaben bei der JIM-Studie, einer jährlichen Untersuchung über das Medienverhalten von Jugendlichen, zuletzt mehr als 60 Prozent der 12- bis 19-Jährigen an, dass sie im Internet am liebsten Youtube nutzen. Das ist Platz eins - noch vor Facebook und Whatsapp. "Statt ehrliches Interesse zu zeigen, tun viele Eltern alles auf Youtube als Schwachsinn ab", sagt die Pädagogin Sabrina Werner vom Münchner Café Netzwerk, einem Jugendzentrum, das auch Treffen für Youtuber organisiert.

30 bis 50 junge Videomacher kommen dort monatlich zu Stammtischen und Workshops zusammen. Die meisten von ihnen sehen Youtube als Hobby und schätzen die Chance, damit berühmt zu werden, realistisch ein. Ohnehin rät Werner allen, sich neben Youtube ein zweites Standbein aufzubauen. Denn jeder müsse sich bewusst sein, dass der Youtube-Ruhm vergänglich sei. "Es gibt dort nichts, was es nicht schon gibt. Um beruflich erfolgreich zu sein, muss man aus der Masse herausstechen."

Momentan steht die Youtube-Karriere für Nele Struckhof nicht im Vordergrund. Sie macht in zwei Jahren Abitur und bald ein Praktikum bei einem Bundestagsabgeordneten. Doch schon jetzt ist sie Teil der Youtube-Maschinerie. Damit ihr Kanal populärer wird, lädt sie regelmäßig neue Videos hoch. Die Filme zu planen, zu drehen und zu schneiden kostet viel Zeit. "Manchmal würde ich lieber entspannen und mir einen schönen Nachmittag machen", sagt sie. Doch dann geht die Youtube-Karriere eben doch vor.