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Erfolg im Job:Dem Glück auf die Sprünge helfen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein - das ist nicht immer Zufall. In diesen fünf Schritten lassen sich berufliche Chancen kreieren und nutzen.

Viele Menschen verdanken ihren Erfolg vor allem guten Beziehungen und günstigen Gelegenheiten. Die ergeben sich selten völlig zufällig. Fünf Schritte vom Chancen zulassen zum Chancen nutzen.

Glück zulassen

Ihre Karriere stellen sich viele wie eine Leiter vor - ein Irrtum. "Eine Karriere verläuft heute vielmehr wie ein Fluss, sie mäandert", sagt Martina Haas, Expertin für Networking und Unternehmenskommunikation. Das Geheimnis erfolgreicher Menschen liege häufig im "Serendipitätsprinzip": Wenn man etwas sucht, findet man oft etwas ganz anderes. Berufstätige sollten sich demnach Ziele stecken, sich Wege dorthin bahnen, aber auch davon abweichen, wenn sich etwas Besseres ergibt.

Ziele kommunizieren

Wer auf Hilfe hofft, muss seine Ziele kommunizieren - zum Beispiel in beruflichen Netzwerken. Dort können Nutzer berufliche Interessen darstellen, Beiträge darüber verfassen und in Gruppen diskutieren. Sie erhöhen so ihre Chance, Menschen aufzufallen, die Experten für ein Podium suchen, einen Mitarbeiter für ihr Team oder einen Beitrag für eine Fachzeitschrift.

Auch am Arbeitsplatz sollte man sagen, wo es hingehen soll. "Sprechen Sie mit Vorgesetzten über Ihre Ziele und die Themen, die Sie interessieren", sagt Haas. Auf diese Weise könnten die Chefs auf die Idee kommen, eine passende Position erst zu schaffen. Ungeahnte Möglichkeiten könne es auch eröffnen, sich etwa auf Veranstaltungen gezielt und ungezielt mit Geschäftspartnern und Kollegen auszutauschen.

Kontakte suchen

Berufliches Netzwerken ist vielen zuwider oder zumindest unangenehm. Sie wollen sich weder anbiedern noch selbst loben. Dem Coach Jens Braak ist das zu verkrampft: "Es ist eine Allmachtsfantasie, wenn man glaubt zu wissen, wer einem in Zukunft für die eigene Karriere hilfreich sein kann", sagt er. Sein Rat: möglichst viele Kontakte zu erzeugen, Freude daran haben und nicht zu viel erwarten.

Selbstdarstellung üben

Für Jens Braak ist Netzwerken vergleichbar mit Speeddating. Menschen sollen in wenigen Minuten herausfinden, ob sie sich füreinander interessieren. "Früher habe ich gesagt, ich bin Unternehmensberater und Coach, da haben sich alle weggedreht", sagt Braak.

Als Selbständiger musste er es besser machen. Heute nennt er sich Hochleistungscoach und Zufallsexperte - das wecke Neugier und erzeuge interessante Gespräche.

Um solche am Laufen zu halten, hat Braak noch einen Tipp: "Spannend sind die kleinen Geschichten, die man selbst erlebt hat. Legen Sie sich drei Geschichten aus Berufs- und Privatleben zurecht, die Sie in jeweils drei Sätzen erzählen können." Das fühle sich zwar zunächst etwas komisch an, wenn man kein Geschichten- oder Witzeerzähler sei. Aber: "Man gewöhnt sich ganz schnell daran und nach ein bisschen Übung macht das richtig Spaß!"

Chancen nutzen

"Mit der Chancenkompetenz ist es wie mit dem Eisberg, wir sehen nur das Siebtel über dem Wasser", sagt Martina Haas.

Manchmal muss man genauer hinsehen, um Chancen zu erkennen, oder eine unangenehme Aufgabe erweist sich erst im Rückblick als glückliche Fügung. "In vielen Unternehmen und Organisationen gibt es ungeliebte Bereiche. Ein Posten, den keiner haben will, ist oft eine gute Möglichkeit, sich zu beweisen", sagt Martina Haas.

Ob Neuorientierung, Beförderung, Wechsel oder gar Gründung: Vom Glück können nur diejenigen profitieren, die sich etwas trauen. "Wir greifen oft nicht zu, weil wir zu ängstlich sind oder zu faul oder zu lange überlegen", sagt Haas. "Und dann sind wir neidisch, dass andere mehr Erfolg haben."