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Innovative Geschäftsideen in Berlin:Ambulanz für Fahrräder

Der Arbeitsplatz von Norbert Winkelmann sind die Straßen von Berlin, seine Kunden Werbeagenturen in Mitte, Rentnerinnen aus dem Westend, kinderreiche Familien aus Zehlendorf. Wer einen Platten hat, einen gerissenen Bremszug oder renovierungsbedürftige Räder im Schuppen, der ruft den schlaksigen Slawisten und Informatiker auf seinem Handy an. Mit einem kaputten Fahrrad kann man nicht zur Werkstatt fahren, also kommt die Werkstatt zum kaputten Rad: Das ist Winkelmanns simples Geschäftsmodell.

Norbert Winkelmann ist ambulanter Fahrrad-Reparateur - er kommt dahin, wo es nötig ist.

Und weil er als Informatiker weiß, wie man Suchmaschinen im Internet für den eigenen Zweck optimiert, ist er gut beschäftigt. An diesem Donnerstagvormittag etwa schraubt er auf dem Bürgersteig in Kreuzberg am Mountainbike einer Stammkundin, das Vorderrad muss zentriert, der Bremszug erneuert werden. Bei größter Hitze, Regen und Wind kommt Winkelmann zu seinen Kunden stets selbst mit dem Rad, in einem selbst zusammengeschweißten Anhänger führt er eine Auswahl neuer Schläuche, Bremsklötze und Glühbirnen mit sich.

Winkelmann profitiert von der Unfreundlichkeit vieler Berliner Fahrradhändler, die einen bei Reparaturwünschen anbrummen, man solle in zwei Wochen wiederkommen. Man muss nie länger als einen halben Tag auf ihn warten, er repariert zügig und zurückhaltend, und die Kunden wissen, dass er ihnen kein neues Fahrrad aufschwätzen möchte. Inzwischen hat er so viele Kunden, dass er sich die Arbeit (und die Bezirke) mit einem Rad-Enthusiasten teilt. Seine Idee hat sich auch herumgesprochen. Schon öfter haben ihn Pedalisten aus anderen Städten angerufen und wollten wissen, wie man eine Radambulanz gründet.

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