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Studie:Fast jeder dritte Homosexuelle wird im Job diskriminiert

Kritik am Gesetzesentwurf zum Verbot von Konversionstherapien

Ein offener Umgang mit der eigenen Sexualität - auch im Job? Viele LGBTQI-Menschen machen ihre sexuelle Orientierung lieber nicht zum Thema. (Symbolbild)

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Viele LGBTQI-Menschen gehen einer Studie zufolge im Kollegenkreis nicht offen mit ihrer Sexualität um. Besonders schwer haben es Transpersonen - Namensänderungen würden im Beruf oft nicht akzeptiert, kritisiert die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

30 Prozent der Homosexuellen werden in Deutschland einer Studie zufolge im Arbeitsleben diskriminiert, unter den Trans-Menschen sind es sogar mehr als 40 Prozent. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Die Wissenschaftler untersuchten das Arbeitsumfeld von homo- und bisexuellen sowie trans-, queer und intersexuellen Menschen (LGBTQI*). Fast ein Drittel geht demnach vor Kollegen immer noch nicht offen mit seiner Sexualität um.

Homosexuelle und Transmenschen gehen laut Studie zwar in ähnlichem Maße einer Erwerbstätigkeit nach wie die übrige heterosexuelle Bevölkerung. Doch seien sie meistens höher qualifiziert und in anderen Branchen tätig.

So liege der Anteil der Fach- oder Hochschulabsolventen in der Personengruppe bei 60 Prozent gegenüber der restlichen Bevölkerung gleichen Alters mit 42 Prozent. Unterschiede gibt es auch bei der Branchenwahl. So arbeiten Homosexuelle seltener im produzierenden Gewerbe, dafür aber häufiger im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Kunst und Unterhaltung als Heterosexuelle.

"Die Zahlen decken sich mit dem, was wir aus eigenen Erhebungen und auch aus unserer Beratungspraxis wissen", sagte Bernhard Franke, der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Funke-Zeitungen. Im Arbeitsleben müssten homo- und bisexuelle Menschen häufig neben Mobbing auch sexuelle Belästigung erfahren und hielten deshalb geschlechtliche Identität geheim. Franke betonte: "Niemand darf in Deutschland wegen seiner sexuellen oder seiner Geschlechtsidentität benachteiligt werden."

Transpersonen hätten in besonderem Maß mit Diskriminierung zu kämpfen, so Franke. Studien zeigten, dass Namensänderungen oft nicht akzeptiert würden. Daneben gebe es häufig Mobbingerfahrungen: "Zum Beispiel ein unangemessenes, oft sexualisiertes Interesse am Privatleben, das Imitieren oder Lächerlichmachen von Stimme oder Gesten oder die Verweigerung, die Toiletten entsprechend der Geschlechtsidentität nutzen zu dürfen."

Für Veränderungen seien vor allem Arbeitgeber gefragt, betonte Franke: "Unternehmen sollten Vielfalt herausstreichen und fördern - und nicht verstecken." Außerdem sei es wichtig, einzuschreiten, sobald Diskriminierung bekannt werde.

© SZ/KNA/dpa/jobr/odg

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