Home-Office:Fast wie im Büro

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Video statt Vis-à-vis: Das Kollegen-Album auf dem Bildschirm ersetzt das Zusammentreffen im Konferenzraum.

(Foto: Hans Lucas / Imago Images)

Das Home-Office macht viele Berufstätige zum IT-Manager in eigener Sache. Plötzlich müssen sie ihre Hard- und Software selbst im Griff haben. Rechner, Monitor, Tastatur, Drucker und diverse Konferenzprogramme - welche Werkzeuge die Arbeit zu Hause erleichtern.

Von Thorsten Riedl

Normalerweise arbeitet in Deutschland nur etwa jeder Achte von zu Hause aus, so hat es das Statistische Bundesamt ermittelt. Die Pandemie hat die Entwicklung deutlich beschleunigt. Laut der wöchentlich aktualisierten Corona-Studie der Universität Mannheim sitzt derzeit ein gutes Viertel der Berufstätigen im Home-Office. Die Zahl der Heimarbeiter hat sich also mehr als verdoppelt.

Glücklich, wer seinen Arbeitsrechner direkt mit nach Hause nehmen konnte - und im eigenen Heim sein Plätzchen fand, sei es in der Küche, im Ess- oder Wohnzimmer oder gar in einem abgetrennten Arbeitsbereich. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren den Betrieb auf Laptops umgestellt, was mobiles Arbeiten erleichtert. Viele - aber eben nicht alle: Wer Mitte März noch einen tragbaren Computer kaufen wollte, musste sich mitunter auf Wartezeiten einstellen. Das Coronavirus hat viele Computerzulieferer und -hersteller in die Knie gezwungen, einige hatten zumindest zeitweise geschlossen. Der Engpass bei Computern konnte allerdings schneller behoben werden als der bei Toilettenpapier.

Ergonomischer und damit angenehmer ist das Arbeiten am Laptop mit einem externen Monitor, eigener Tastatur und Maus. Bei den Bildschirmen tut es zur Not ein älteres Modell, sofern der Einsatz zu Hause nur vorübergehender Natur ist. Mehr Wert sollte auf eine vernünftige Tastatur oder eine Computermaus gelegt werden. Produkte von Cherry oder Logitech bekommen regelmäßig gute Noten und kosten, sofern mit Kabel, nicht die Welt. Wer einen Drucker braucht, achtet auf die Druckkosten. Die Geräte selbst werden weiter zu günstigen Preisen verschleudert, dafür langen die Hersteller bei Tinte oder Toner umso kräftiger hin.

Steht der Arbeitsplatz, ist die Hardware einsatzbereit, geht es ans Eingemachte: an Software und Internetdienste. Jedes Unternehmen kocht sein eigenes Süppchen, wenn es um die essenziellen Programme geht, aber es gibt doch einige universelle Helfer, die das Schaffen daheim erleichtern.

Viele Konferenz-Apps sind kostenlos, aber nur wenige sind sicher

Fast das Wichtigste im Home-Office: den Kontakt zu den Kollegen zu halten. Das geht per Textnachricht über Chatprogramme oder etwas persönlicher mit Videokonferenzsystemen. Die gute Nachricht: Viele dieser Software-Apps sind gratis. So lassen sich über Google Hangout Textnachrichten versenden, über Google Meet Videokonferenzen abhalten. Auch Skype von Microsoft dient nicht nur zum Telefonieren, sondern bietet auch die Möglichkeit zum Chatten oder für Videonachrichten. Facetime auf Apple-Geräten oder Whatsapp von Facebook eignen sich ebenso gut für das virtuelle Wiedersehen. Viele Unternehmen verwenden den Dienst Slack. Ach ja, und E-Mail oder das Telefon gibt es auch noch, um mal eben "Hallo" zu sagen.

Für Furore hat in Corona-Zeiten der Newcomer Zoom gesorgt. Die Videokonferenzen des US-Unternehmens lassen sich besonders einfach nutzen - leider auch von ungebetenen Gästen. Zoom-Konferenzen müssen daher mit einem starken Passwort gesichert sein. Jeder Teilnehmer sollte im virtuellen Warteraum von Zoom auf seine persönliche Einladung vom Konferenzleiter warten. Sind alle in der Videokonferenz, kann der Raum über das Zoom-Menü gegen mögliche Störenfriede abgeriegelt werden.

Eine eigenständige Webcam oder ein eigenes Mikrofon sind für die virtuellen Treffen nicht unbedingt nötig. Oft tut es die Kamera vom Notebook oder die vom Smartphone auch. Ein altes Tablet lässt sich zur Videokonferenzstation wandeln.

Hilfreich zudem: Software, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Bewährt haben sich die kostenpflichtigen Lösungen von Microsoft und Google. Und reicht das alles nicht, gibt es zur Not noch den Fernzugriff auf den Bürorechner. Mit der Software Teamviewer lässt sich der Computer dort steuern, als stünde er im eigenen Zuhause. Nur der Krach der Kinder, statt wie sonst von Kollegen, stört dann noch die Illusion vom perfekten Bürotag. Unter imisstheoffice.eu gibt es allerdings auch das: eine virtuelle Geräuschkulisse mit Bürolärm fürs Home-Office.

© SZ vom 25.04.2020
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