Hochschule Grüne für Studiengebühren

Berufstätige sollen pro Semester 600 Euro zurückzahlen.

Von Von Christian Schneider

München - In einem Positionspapier an die eigene Partei haben jetzt einige prominente junge Grüne in Bayern die Einführung nachgelagerter Studienbeiträge gefordert. Der Vorschlag steht in krassem Widerspruch zu der bisherigen Haltung der Grünen in dieser Frage, die sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene jegliche Form von Studiengebühren ablehnen. "Wir - junge Grüne, die an bayerischen Hochschulen studieren - wehren uns gegen Schablonendenken in eingefahrenen Strukturen", heißt es einleitend in dem Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Nach den Vorstellungen der Autoren des Papiers sollen Hochschulabsolventen nach Abschluss ihres Studiums und bei Eintritt in das Berufsleben nachträglich mit einem Studienbeitrag zur Kasse gebeten werden. Pro Semester sollen etwa 600 Euro fällig werden. Die Rückzahlung der Studiengebühren soll von der Höhe eines bestimmten Einkommens abhängig gemacht werden. Die Gelder sollen automatisch vom Finanzamt zusammen mit der Einkommenssteuer eingezogen werden.

Mit ihrem Positionspapier greifen die jungen Grünen ähnlich lautende Vorschläge der bayerischen Rektorenkonferenz auf. Auch die CSU denkt inzwischen in dieser Richtung nach. Es sei nicht länger einzusehen, dass ausgerechnet die akademische Ausbildung weiterhin kostenfrei sein soll, heißt es in dem Papier, das jetzt in die Parteigremien eingebracht werden soll. Zu den Autoren gehören unter anderen die Sprecherin des grünen Landesarbeitskreises Bildung, Anna Hörlein, der Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend in Bayern, Christoph Wiedemann und der Grünen-Parteirat Ludwig Hartmann, der bei der Landtagswahl im Herbst 2003 nur knapp den Einzug ins Maximilianeum verpasst hat.