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Heidelberg: LKA-Spitzel im Hörsaal:Staatliche Repression

Unter den Studenten ist die Empörung groß - viele von ihnen glaubten, einen Freund gefunden zu haben, verbrachten ihre Freizeit mit ihm und planten innerhalb der linken Hochschulgruppe des Sozialistischen Demokratischen Studierendenverbands (SDS) gemeinsame politische Aktionen. "Einfach mal so bespitzeln ist doch echt STASI" empört sich ein Nutzer über Twitter.

Die linke Gruppierung "Kritische Initiative Heidelberg" zeigte sich in einer schriftlichen Erklärung schockiert: Dass die Polizei so massiv in unser Leben eingreift, ist schockierend. Dass damit gerechnet werden muss, ist und war uns immer bewusst. Eine so groß aufgezogene Taktik war uns jedoch nicht vorstellbar."

Auf der linksradikalen Seite indymedia.org wurden bereits vermeintliche Handynummern, E-Mail-Adressen und Anschrift des Mannes hinter Simon Brenner veröffentlicht. Der Fall zeige auf erschreckende Weise, "wie sehr Teile der Exekutive das im Grundgesetz verankerte Trennungsgebot von Polizei und Geheimdienst schlicht ignorieren und mit welcher Rücksichtslosigkeit, auch und insbesondere gegenüber der psychischen Verfasstheit der unmittelbar Betroffenen, der staatliche Repressionsapparat arbeitet", heißt es von den Machern der Seite.

Die Geschichte hatte Wellen geschlagen, nachdem der V-Mann im Dezember von einer Urlaubsbekanntschaft auf einer Party als Polizist enttarnt worden war. Damals hat er sich laut Zeugenberichten den Fragen der Studenten gestellt und seine wahre Profession nicht abgestritten. Im Netz kursieren Fotos dieses Abends. Zu sehen ist ein junger Mann mit langen Haaren, der sich die Hand vors Gesicht hält. Danach habe er sich verabschiedet - und wurde seitdem nicht mehr in Heidelberg gesehen.

© sueddeutsche.de/dpa/holz/joku

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