Hannover (dpa/lni) - Vor der nächsten Tarif-Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst machen die Arbeitnehmer noch einmal Druck: Am Mittwoch ist in vielen Regionen Niedersachsens und in Bremen mit Warnstreiks zu rechnen. Betroffen sind Kindertagesstätten, Rat- und Kreishäuser, Sparkassen oder die Müllabfuhr. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, der gleichzeitig Verhandlungsführer ist, wird am Vormittag auf dem Opernplatz in der Landeshauptstadt Hannover sprechen. Die Kundgebung wird als Online-Übertragung für alle Streikenden zu sehen sein.
Vertreter von Verdi und der Kommunalgewerkschaft Komba kritisierten das zuletzt von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot. „Sechs Nullmonate bis März 2021, die dann folgenden niedrigen prozentualen Steigerungen mit je einem Prozent und gleichzeitig massiven Verschlechterungen, die wir in einem Jahrzehnt nicht wieder aufholen können, sind für uns nicht verhandelbar“, erklärte Verdi-Landesleiter Detlef Ahting. Oliver Haupt, Sprecher von Komba Niedersachsen, bezeichnete das Angebot als einen Schlag ins Gesicht.
Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrer, Müllwerker, Rathausmitarbeiter und andere Angestellte. Die Arbeitgeber haben für die rund 2,4 Millionen Beschäftigten in ganz Deutschland insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Die nächste Verhandlungsrunde ist am Donnerstag und Freitag.
