Hamburg (dpa/lno) - Der 24-stündige Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in Hamburg ist beendet. Seit Freitagmorgen, 3.00 Uhr, fahren nach Angaben der Hochbahn wieder alle U-Bahnen und Busse. Die Beschäftigten der ebenfalls bestreikten Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) hatten ihren Ausstand bereits nach zwölf Stunden am Donnerstagnachmittag beendet. Durch den Warnstreik war der öffentliche Nahverkehr in und um Hamburg nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Nur die S- und Regionalbahnen waren nicht betroffen.
Einen Notbetrieb gab es während des Warnstreiks nicht. Die Hochbahn begründete dies mit dem Corona-Infektionsschutz. Fahrgäste sollten sich nicht mit der Hoffnung auf ein vermeintliches Verkehrsangebot in wenige, überfüllte Fahrzeuge zwängen müssen.
Es war bereits der zweite Ausstand innerhalb weniger Wochen. Schon am 29. September war der U-Bahn- und Busbetrieb zeitweise zum Erliegen gekommen. Die Gewerkschaft Verdi wirft den Arbeitgebern vor, den Tarifkonflikt auf Kosten der Fahrgäste zu verschleppen, weil sie im Fall der Hochbahn erst für den 29. Oktober und im Fall der VHH erst für den 4. November ein Gesprächsangebot unterbreitet hätten.
Verdi fordert unter anderem bundesweit einheitliche Regelungen für Urlaubstage, das 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld. Auch soll es eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit geben. Bundesweit sind rund 87 000 Tarifbeschäftigte in 130 Verkehrsbetrieben angestellt. In Hamburg sind es den Angaben zufolge rund 7000.
