Hamburg (dpa/lno) - Nach den hohen Corona-Infektionszahlen auf der Werft Blohm+Voss muss das Thema Werkverträge nach Ansicht von Hamburgs DGB-Chefin Katja Karger wieder auf die politische Agenda. „In vielen Branchen haben wir Probleme mit Ausbeutung und schlechten Wohnverhältnissen unter dem Deckmantel der Werkverträge“, erklärte Karger am Freitag in Hamburg. Doch viele Arbeitgeber kümmere das wenig. „Sie lagern Jobs an Subunternehmer aus und ducken sich weg. Damit muss Schluss sein.“
Nach dem wichtigen Gesetzesentwurf für die Fleischindustrie von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) müsse auch auf andere Branchen geschaut werden. „Der Missbrauch von Werkverträgen ist weit verbreitet. Da können wir nicht weiter zuschauen“, sagte Karger. Der DGB machte dabei unter anderem die Logistikbranche, etwa beim Ausladen von Containern, die Baubranche, etwa beim Verlegen von Glasfaserkabeln, und die Transportbranche, etwa bei Lkw-Fahrern, aus.
Karger forderte Senat und Behörden in Hamburg auf, Arbeitsschutz und Wohnsituation der Werkvertrag-Beschäftigten weiterhin genau zu kontrollieren. Bei der Werft Blohm+Voss hatten sich Anfang August 78 Arbeiter überwiegend von Fremdfirmen mit dem Coronavirus infiziert.
