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Gut arbeiten:Richtig bezahlen

Jeden Monat genug, aber nicht zu viel: Worauf es bei der Vergütung ankommt.

Verdienen könnte so einfach sein. Jeden Monat ein ordentliches Gehalt. Das war's. Die Realität sieht anders aus. Da gibt es zusätzlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld - oder auch nicht. Es gibt leistungsbezogene Gehaltsbestandteile, die mal monatlich, mal jährlich ausgezahlt werden. Es gibt Gewinnbeteiligungen und dann auch noch Extras wie Handy und Dienstwagen.

Richtig bezahlen: Jeden Monat genug, aber nicht zu viel: Worauf es bei der Vergütung ankommt.

Mehr geht noch: zu wenig Gehalt belastet, zu viel lohnt sich aus Unternehmenssicht nicht.

(Foto: Foto: iStockphoto)

Wer blickt da noch durch? Zumindest in einem Punkt sehen die Beschäftigen klar: Ihr Gehalt ist ihnen nicht genug. Das zeigt eine Studie zur Arbeitszufriedenheit, für die im Auftrag der "Initiative Neue Qualität der Arbeit", einer Aktion von Gewerkschaften, Bundesarbeitsministerium und Arbeitgebern, mehr als 5000 Deutsche befragt wurden. Fast jeder Zweite gab an, dass sich sein Einkommen erhöhen sollte. Für die Arbeitgeber ist das eine schlechte Nachricht. Denn wenn das Einkommen aus Sicht der Erwerbstätigen in keinem adäquaten Verhältnis zu den Arbeitsanforderungen und ihren Leistungen stehe, wirke das demotivierend, heißt es in der Studie.

Andererseits reicht ein hohes Gehalt allein nicht aus, um zu motivieren. Im Gegenteil: Das Arbeitsumfeld, Entwicklungsmöglichkeiten und eine gute Führung sind den Beschäftigten wichtiger als monetäre Kriterien. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin. "Das heißt nun aber nicht, dass die Vergütung keine Rolle spielt", sagt Martin Emmerich von Towers Perrin. Vielmehr sei ein richtiges Vergütungspaket eine Grundvoraussetzung für die Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern.

Aber was ist nun richtig? Emmerich sagt, die Vergütung müsse fair sein. Das heißt: Verdienstmöglichkeiten im Unternehmen sollten den Mitarbeitern transparent sein. Sie sollten auch wissen, wie sie sich auf den einzelnen Karrierestufen verbessern können. Außerdem müssten die Gehälter marktgerecht sein, also im Vergleich mit anderen Unternehmen standhalten.

Statt Mitarbeitern einen bunten Strauß an Leistungen zu bieten, sei es besser, sich bei der Vergütung auf wenige Elemente zu konzentrieren. Im Idealfall gebe es ein Grundgehalt, das in zwölf Monatsgehältern gezahlt wird. Dazu komme eine variable Komponente, die sich am individuellen und am Unternehmenserfolg orientiert. Bei den Zusatzleistungen würde das Thema Altersvorsorge auch bei jungen Mitarbeitern inzwischen eine große Rolle spielen. Auch der Dienstwagen sei in einigen Branchen die Regel. Weitere Extras, selbst ein Handy auf Firmenkosten, hält Emmerich dagegen für verzichtbar.

Die variable Komponente setzt sich in der deutschen Wirtschaft zunehmend durch. Für mehr als ein Viertel der Fachkräfte ist sie bereits Alltag, bei den Führungskräften werden mehr als die Hälfte erfolgsbezogen bezahlt. Das zeigt eine Auswertung des Personaldienstleisters Personalmarkt von mehr als einer Million Datensätzen von Beschäftigten ohne Personalverantwortung und 300.000 Daten von Führungskräften.