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Guerilla-Bewerbungen:Der Lebenslauf? Auf der Klopapierrolle!

Das Anschreiben im Pizzakarton oder der Lebenslauf als Puzzle: Guerilla-Bewerbungen können Personaler total begeistern - aber auch mächtig nerven. Kuriose Beispiele.

Meinen die das wirklich ernst? Da schreiben Bewerber ihren Lebenslauf auf Klopapierrollen und verteilen sie auf öffentlichen Toiletten. Männer zwängen sich für ihr Bewerbungsfoto in einen Pamela-Anderson-Badeanzug und ziehen eine blonde Perücke auf. Witzigkeit kennt halt keine Grenzen - der Humor von Personalern allerdings schon. Trotzdem können Guerilla-Bewerbungen in manchen Branchen eine Chance sein, um aus der Masse der Kandidaten hervorzustechen. Wer aus der Reihe tanzt, kann damit auf sich aufmerksam machen.

Bratpfanne als Bewerbungsmappe: Jobsuche mit Guerilla-Taktik

Anschreiben im Pizzakarton: Guerilla-Bewerbungen fallen auf - nicht jeder Personaler steht aber darauf.

(Foto: dpa)

Der Karrierecoach Jürgen Hesse aus Berlin hat dafür einige kuriose Beispiele auf Lager: Eine 19-Jährige hat einmal auf YouTube alle Nutzer aufgefordert, einem Radiosender zu schreiben, dass sie genau die Richtige für ein Praktikum sei. Der Sender erhielt so viel Fanpost, dass die junge Frau den Job bekam. Oder der Koch, der seine Bewerbung in einer Bratpfanne verschickte - und prompt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielt. Eine Grafikerin schickte ihrem Wunsch-Arbeitgeber an Weihnachten einen Schoko-Osterhasen - mit dem Kommentar, sie sei ihrer Zeit eben voraus.

Gerade für Leute bis Mitte 20, die einen kreativen Job mit einem Bruttoeinkommen bis 40.000 Euro suchen, seien Guerilla-Bewerbungen durchaus eine Chance, sagt Hesse. Und mit der Bewerbung nach Schema F in einer dunklen DIN-A4-Mappe gehe man auf dem Schreibtisch der Personaler einfach unter.

Allerdings können solche kreativen Einfälle auch nach hinten losgehen, wie das Beispiel einer Marketing-Frau aus Hessen zeigt. Sie fügte ihrer Bewerbung einige kulinarische Spezialitäten bei - dumm nur, dass die Adressatin gerade Urlaub hatte und das Paket nach einigen Wochen im Warmen ekelerregend stank. Eine andere Frau bewarb sich bei einer Werbeagentur mit einem Fön und dem Slogan: "Ich bringe frischen Wind in Ihr Unternehmen." Die Antwort kam prompt: "Heiße Luft können wir selbst produzieren."

Eine Kreativ-Bewerbung sei auf jeden Fall eine Gratwanderung, sagt Hesse. Wer den Geschmack des Arbeitgebers nicht trifft, hat alle Chancen verspielt. Und zum Clown sollte man sich erst recht nicht machen. "Stellen Sie sich vor, ein 50-jähriger gestandener Betriebswirt, der seit Jahren Bereichsleiter in einer Firma war, kommt nun mit einer völlig schrägen Bewerbung daher - da hat er sehr schlechte Karten."