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Gastprofessur in Bochum:Vorlesung bei Frau Professor Margot Käßmann

Wegen einer Alkoholfahrt trat die einstige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche zurück - und startet jetzt in Bochum neu durch. Margot Käßmann wird Gastprofessorin an der Ruhr-Universität.

Nach ihrem Rücktritt vom obersten Amt der Evangelischen Kirche wollte Margot Käßmann "irgendwo neu anfangen". Jetzt hat sie auch den Ort dazu gefunden. Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird zum 1. Januar 2011 Professorin an der Ruhr-Universität in Bochum.

Käßmann aus Wohnung in Hannover ausgezogen

Die ehemaligen EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wird Gastprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum.

(Foto: dpa)

Dort werde sie für ein Jahr auf dem Gebiet der Ökumene und Sozialethik forschen und lehren, sagte eine Sprecherin der Universität am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der Wochenzeitung Die Zeit.

"Margot Käßmann hat beispielhaft zum Wissenstransfer theologischer Theorie in die Öffentlichkeit beigetragen und ist daher für die Gastprofessur hervorragend qualifiziert", sagte Rektor Prof. Elmar Weiler. Käßmann hatte an der Ruhr-Universität bereits Evangelische Theologie studiert und provomiert.

Die Theologin werde als erste Wissenschaftlerin eine neu eingerichtete Gastprofessur besetzen, die nach dem verstorbenen Bochumer Kunstgeschichtler Max Imdahl benannt sei. Vor ihrem Antritt als Gastprofessorin in Bochum werde Käßmann vier Monate an der Emory University in Atlanta in den USA unterrichten.

Formal bleibe sie Pastorin der Landeskirche in Hannover, erklärte ein Kirchensprecher am Mittwoch. Während ihrer Zeit an der Universität Bochum zahle die Kirche weiter das Gehalt, das allerdings von der Hochschule zurückerstattet werde. Im übernächsten Jahr hat Käßmann die Möglichkeit, in Absprache mit der Landeskirche eine Aufgabe als Pastorin zu übernehmen, einer anderen Tätigkeit - etwa an einer Hochschule - steht aber nichts im Weg.

Während ihrer mehr als zehnjährigen Zeit als Bischöfin in Hannover hatte Käßmann sich zu einer beliebten Kirchenvertreterin entwickelt, die sich vor klaren Worten bei vielen gesellschaftlichen und sozialen Themen nicht scheute. Mit ihrem Amtsvorgänger an der EKD-Spitze, dem ehemaligen Berliner Bischof Wolfgang Huber, galt sie lange Zeit als das Aushängeschild der evangelischen Kirche

Nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss war sie im Februar als EKD-Ratsvorsitzende und als hannoversche Landesbischöfin zurückgetreten.

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