Führung Toben, labern, mauscheln

Ihr Chef ist ein Choleriker? Bei verbalen Totalausfällen ist es wichtig, Grenzen zu ziehen.

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Manche Vorgesetzte machen ihren Mitarbeitern das Leben zur Hölle. Die sechs häufigsten Führungsfehler - und wie Arbeitnehmer damit umgehen können, ohne zu verzweifeln oder um ihren Job fürchten zu müssen.

Von Bettina Levecke/dpa

Niemand will Ärger mit dem Chef. Doch manch einer raubt Mitarbeitern den letzten Nerv. Lässt das Verhalten des Vorgesetzten zu wünschen übrig, ist die richtige Ansprache entscheidend. Experten erklären, wie man Veränderungen erreicht, ohne den Arbeitsplatz zu gefährden.

Der Chef flippt aus. Ein cholerischer Vorgesetzter kann für Mitarbeiter die Hölle sein - besonders, wenn sich die Wut gegen einzelne Personen richtet. Sie sollten versuchen, das Verhalten nicht persönlich zu nehmen. "Machen Sie sich klar: Der ist so, und das hat nichts mit mir zu tun", sagt Michael Rossié, Kommunikationstrainer aus Gräfelfing bei München. Gelingt das Prinzip "links rein, rechts raus" nicht, etwa weil der Wutausbruch sehr heftig ist, suchen Arbeitnehmer am besten das Gespräch.

Rossié empfiehlt, die Widerworte in ein Hilfsangebot zu verpacken: "Lieber Chef, Sie haben sich gestern furchtbar aufgeregt, das hat mich sehr erschreckt. Kann ich etwas tun, damit so etwas nicht wieder passiert?" Bei verbalen Totalausfällen ist es wichtig, Grenzen zu ziehen. "Sagen Sie freundlich, dass es bis hierhin okay war, Sie das Gespräch aber nun beenden und morgen weiterreden möchten."

Der Chef zerredet alles. Besprechungen werden zur Geduldsprobe, wenn sie sich endlos ziehen, weil der Chef nicht zum Punkt kommt. Am besten ist es in so einer Situation, ihn gemeinsam mit Kollegen auf das Zeitproblem anzusprechen, sagt Karrierecoach Ute Bölke aus Wiesbaden. Dabei gilt die Regel: Erst einmal loben! Mitarbeiter können sich etwa beim Chef bedanken, dass er in Meetings immer viel Input gibt. Im zweiten Schritt weisen sie dann darauf hin, dass die Zeit knapp ist und nicht jeder zu Wort kommt. Das kombinieren Mitarbeiter mit dem Angebot, eine Agenda einzuführen, damit Meetings klarer strukturiert werden. Weiter ernennen sie einen Zeitrichter, der überwacht, dass es feste Redezeiten gibt. Sie gelten dann auch für den Vorgesetzten.