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Freundschaftspreis:"Eine gute Möglichkeit sind Sonderaktionen"

Sie können aufgrund Ihrer Reputation Preise leichter durchsetzen als ein Berufseinsteiger oder ein Selbständiger, bei dem es gerade nicht so gut läuft.

Man darf dem Kunden auf keinen Fall zeigen, dass es finanziell klemmt. Sonst wird das ausgenutzt. Deshalb heißt es: Cool bleiben und vermitteln, dass man ein wirklich gutes Produkt oder eine tolle Dienstleistung liefert. Wenn eine Änderungsschneiderin einen Mantel für den gleichen Betrag kürzen soll wie einen Rock, kann sie argumentieren, dass das länger dauert. Als Signal des Entgegenkommens kann sie anbieten, noch den losen Knopf anzunähen. Wenn der Kunde dann nicht zu zahlen bereit ist, ist es besser, den Auftrag abzulehnen - auch wenn das in bestimmten Situationen ganz, ganz hart ist. Leider neigen viele in der Not dazu, Aufträge anzunehmen, bei denen sie gar nichts mehr verdienen - nur in der Hoffnung auf einen Werbeeffekt.

Ergeben sich aus Freundschaftsdiensten denn gar keine Folgeaufträge?

Das kommt darauf an. Wenn mir jemand mit dem Marketingeffekt winkt, frage ich, wie er sich das genau vorstellt. Manche Leute wollen bloß billig einkaufen, andere haben da tatsächlich Potenzial. Entscheidend ist: Wird er mich weiterempfehlen? Hat er gute Beziehungen? Wie viele Menschen erreicht sein Newsletter? Und ist das überhaupt meine Zielgruppe?

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Gibt es Werbemaßnahmen, die besser funktionieren?

Eine gute Möglichkeit sind Sonderaktionen: Eine Fotografin zum Beispiel wirbt damit, dass das zweistündige Fotoshooting-Paket im ganzen Monat November bis zu drei Stunden dauern darf - ohne Preisaufschlag. Es muss klar kommuniziert werden, dass es einen einmaligen Benefit gibt.

Mal ehrlich, Ihnen entstehen bei Beratungsfragen, die immer wieder aufkommen, doch kaum Kosten. Wenn ich Sie jetzt als nette Gesprächspartnerin um eine ganz einfache Einschätzung bitten würde...

Eine schnelle Antwort, die zwar hilfreich ist, aber letztlich im Allgemeinen verbleibt, kann man immer geben. Aber tatsächlich muss man als Coach und Berater darauf achten, dass sich aus einem netten Gespräch keine Beratung entwickelt. Das ist mein Job, da verdiene ich mein Geld mit und in meine Überlegungen sind viele Jahre Erfahrung, Ausbildung, Freud und Leid eingeflossen. Je nachdem, was Ihre Frage ist und wie schnell auch der Sachverhalt zu erfassen ist, sollten wir also lieber einen Termin vereinbaren.

"Machst du doch gerne, oder?"

Welche Erfahrungen haben Sie mit Kunden aus dem Freundeskreis gemacht? Und wie antworten Sie auf die Frage nach einem Freundschaftspreis? Wir freuen uns über Ihre Geschichten und Tipps für andere Berufstätige, von denen Bekannte immer wieder Sonderkonditionen erwarten. Schreiben Sie uns an karriere-online@sz.de.

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Mal schnell ein paar Fotos, eine neue Frisur oder eine Rechtsberatung: Wer günstig vom Job eines Bekannten profitieren möchte, bringt die Freundschaft in Gefahr - und noch mehr.   Von Larissa Holzki