Frauen verdienen deutlich weniger als Männer Chefs und Chefinnen

Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als Männer - vor allem in Führungspositionen ist die Schere besonders weit offen. Doch das Problem lässt sich nicht so einfach lösen. Ein Anfang wäre gemacht, wenn Chefs für eine gerechte Gehaltsstruktur im Betrieb sorgen.

Ein Kommentar von Alexandra Borchardt

Wenn es um gerechte Bezahlung geht, kann man Frauen eigentlich nur zwei Strategien empfehlen: entweder, sie begnügen sich mit einem Bürojob, oder sie werden Unternehmerin und sorgen selbst für ihr Spitzengehalt. Abgesehen nämlich vom Büro, wo männliche Arbeitskräfte nur vier Prozent mehr verdienen als ihre Kolleginnen, klaffen die Gehälter von Männern und Frauen weiterhin sehr deutlich auseinander, im deutschen Durchschnitt um 22 Prozent.

Quotendiskussion

Deutschlands mächtige Frauen

Die Schere öffnet sich immer weiter, je besser ausgebildet und je älter die Frauen sind, und je mehr Verantwortung sie tragen. Bei Führungskräften beträgt die Lücke 30 Prozent, bei Akademikern aller Karrierestufen 28 Prozent. Die Gründe sind hinreichend bekannt: Frauen präferieren schlechter bezahlte Berufe, holen familienbedingte Einbußen nie wieder herein und verhandeln ungeschickter.

Was tun? Die Berufswahl lässt sich durch Kampagnen nur bedingt beeinflussen, und zudem braucht die Gesellschaft gerade Arbeiten, die nur mäßig entlohnt sind. Familienbedingte Abwesenheiten werden sich beim Gehalt erst dann weniger bemerkbar machen, wenn Männer daheim ebenso viel Verantwortung übernehmen wie Frauen. Beim Verhandeln lässt sich am schnellsten ansetzen. Chefs müssen für eine gerechte Gehaltsstruktur im Betrieb sorgen. Chefinnen ist dieses Problem übrigens besonders bewusst.