bedeckt München 17°
vgwortpixel

Erfolgsfrauen: Katherine de Fontaine:"Erfolg ist keine Checkliste"

Frauen gibt es viele in der Hotellerie - doch in Führungspositionen sind sie kaum zu finden. Katherine de Fontaine ist für die Ausbildung des Nachwuchses in der Kempinski-Gruppe zuständig. Im Interview verrät sie, warum sie nicht werden durfte, was sie wollte, warum sie sich kurze Röcke nicht verbieten lassen will - und welche Frau sie inspiriert hat.

Nach der Schule wollte sie eine Ausbildung zur Köchin machen - das verbot ihr die Mutter allerdings. Die hatte Angst, dass Katherine de Fontaine in der rauen Welt der Küche schlechte Erfahrungen macht. Statt in ein Restaurant ging die Tochter also in die Hotelfachschule nach Lausanne - und arbeitete anschließend in den Hotels, die sie anstellten, immer im Bereich Food and Beverages, Essen und Trinken.

Hotel Kempinski

In der Hotelbranche fangen viele junge Frauen an - doch bis in die Management-Positionen schaffen es nur wenige.

(Foto: Kempinski Hotels)

Die Amerikanerin war für verschiedene Unternehmen in Deutschland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten tätig. Im Jahr 2000 kehrte sie als Training Manager für das Adlon in Berlin zurück zur Kempinski-Hotelgruppe, wo sie bereits während ihrer Ausbildung gearbeitet hatte. Im Anschluss begleitete sie erfolgreich drei Neueröffnungen auf verschiedenen Erdteilen. Im Jahr 2006 wurde de Fontaine zur Direktorin Training befördert, bevor sie 2009 in ihre heutige Position mit Sitz in Genf wechselte.

Süddeutsche.de: Gab es eine Frau/einen Mann, die/der Sie inspiriert hat und bis heute Ihr Vorbild ist?

Katherine de Fontaine: Mein größtes Vorbild ist und bleibt meine Mutter, die den Mut hatte, mit über 40 von null anzufangen und sich erfolgreich sowohl als alleinerziehende Mutter als auch im Beruf geschlagen hat. Generell inspirieren mich alle Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bekommen, ohne sich dabei "aufzugeben".

Süddeutsche.de: Ist beruflicher Erfolg planbar - oder größtenteils Zufall?

de Fontaine: Beruflicher Erfolg ist planbar - aber nur zu einem gewissen Teil. Wie alles im Leben wird auch der Erfolg von Zufall und Glück bestimmt. Zudem ist Erfolg sehr subjektiv. Für mich ist Glücklichsein ein Teil von Erfolg, und das hat viel mit der inneren Einstellung und Eigenschaften wie Großzügigkeit zu tun. Das kann man nicht planen. Erfolg ist schließlich keine Checkliste.

Süddeutsche.de: Hatten Sie einen Karriereplan?

de Fontaine: Ja, ich hatte einige. Aber es ist immer anders gekommen.

Süddeutsche.de: Was sollten Berufseinsteigerinnen auf jeden Fall tun - und was unbedingt vermeiden?

de Fontaine: Man sollte Sachen machen und wagen, wenn man jung und ungebunden ist. Junge Frauen sollten nicht versuchen, wie ein Mann zu sein - jede sollte ihre individuellen und weiblichen Stärken zur Geltung bringen und ausbauen. Es hat ja keinen Sinn, sich auf das zu fokussieren, was man nicht ist oder kann. Stattdessen muss man mit seinen Fähigkeiten punkten und daran arbeiten, sich zu positionieren.

Süddeutsche.de: Nutzen Mentoring-Programme für junge Frauen - und gibt es davon genug?

de Fontaine: Mentoring-Programme sollte es für Frauen und Männer gleichermaßen geben. Ich bin kein Freund davon, für Frauen "besondere" Programme aufzulegen. Wenn es Mentoring in Unternehmen gibt, dann für alle.

Dresscode im Job

Immer nur Schwarzweiß?