Forschen im Frauen-WC"Ihr habt mich verdorben"

Schrille Sprüche am stillen Örtchen: Katrin Fischer hat an der Uni WC-Graffiti erforscht. Ein Gespräch über die Diskussionskultur im Klo - und anonyme Bekenntnisse zum Lieblingsthema Sex.

Die Sprachwissenschaftlerin Katrin Fischer hat für ihre Magisterarbeit an der Universität Bonn WC-Graffiti erforscht: Sie untersuchte in 40 Toiletten mehr als 700 Sprüche, Bekenntnisse und Pöbeleien - eine Auswahl ihrer Graffiti.

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"Die Toilette ist ein Dienstleistungsraum nach Geschlechtern getrennt", erklärt Sprachwissenschaftlerin Fischer. "Deshalb scheuen sich die Frauen nicht, Männer zu verleumden." Auch fingierte Sexanzeigen, in denen Männer beworben und Handy-Nummern genannt werden, finden sich in vielen Klos. "Die betroffenen Männer bekommen die Graffiti ohnehin nie zu Gesicht - und können sich nicht wehren."

28. Juli 2009, 12:112009-07-28 12:11:00 ©