Förderung für Existenzgründer Sparen, wo es wehtut

Der Höhepunkt des Gründungsbooms unter Arbeitslosen ist allerdings längst vorbei. 2004, ein Jahr nach Einführung der "Ich-AG", zählte die BA mehr als 350.000 geförderte Gründer, die vorher auf Jobsuche waren. Die Ich-AG gibt es inzwischen nicht mehr.

Die Bundesagentur beschränkt sich auf zwei Hilfen: Wer Arbeitslosengeld I (ALG I) bezieht, erhält für neun Monate Fördergeld in Höhe des ALG I. Zusätzlich gibt es 300 Euro für die soziale Absicherung. Nach einer Erfolgsprüfung kann die BA für weitere sechs Monate einen Zuschuss von maximal 300 Euro zahlen. 2011 sind dafür 1,8 Milliarden Euro vorgesehen. 2010 kassierten das Geld mehr als 146.000 Personen, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wer länger arbeitslos ist, Hartz IV (Arbeitslosengeld II) erhält und sich selbständig macht, erhält dagegen das Einstiegsgeld, für maximal zwei Jahre. Es kann je nach Dauer der Arbeitslosigkeit und der Größe des Haushalts mehrere hundert Euro betragen. 16.500 Hartz-IV-Empfänger haben davon 2010 profitiert - ein Minus von fast 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wohl auch weil die Arbeitsvermittler in den Jobcentern stärker prüfen, ob das Einstiegsgeld wirklich gut angelegt ist.

Knapp 50 Millionen Euro kostet die Förderung - mit positiven Folgen. So fanden die Arbeitsmarktforscher des IAB heraus, dass die Beschäftigungsquoten der Geförderten drei Jahre nach Auszahlungsbeginn deutlich höher sind als bei denen, die kein Geld bekommen haben. Es gebe zwar auch welche, die sich ohne den Zuschuss am Arbeitsmarkt etabliert hätten. Im Fachjargon ist dann von "Mitnahmeeffekten" die Rede. Trotzdem könne die Förderung dazu beitragen, "dass die zukünftige Erwerbskarriere deutlich stabiler verläuft, als dies ohne Förderung der Fall gewesen wäre", heißt es beim IAB.

DIW-Experte Kritikos hält die Hilfen für Existenzgründer deshalb für das "vielleicht sogar erfolgreichste Instrument" der Bundesagentur für Arbeit. Die Pläne bei der Reform der Förderinstrumente, die Förderung von 2012 an einzuschränken, beobachtet er mit Sorge. "Wenn Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sparen muss, sollte sie dies lieber bei den Maßnahmen tun, die weniger effektiv sind", sagt der Professor. Das Arbeitsministerium sieht dies anders: Von der Leyen will unerwünschte Mitnahmeeffekte künftig ausschließen.