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Fehler in der Bewerbungsmappe:Bloß kein Standardschreiben verwenden

Falsche Adresse, fehlende Dokumente oder ungefragte Gehaltsforderungen - die Möglichkeiten, Fehler in der Bewerbungsmappe zu machen, sind zahlreich. Es gibt gewisse Patzer, mit denen sich ein Bewerber sofort ins Aus schießt. Was Jobsuchende auf jeden Fall vermeiden sollten.

Die Bewerbungsmappe ist das Erste, was ein Personaler von einem eventuellen neuen Mitarbeiter sieht. Daher sollte sie überzeugen. Aber das ist gar nicht so einfach: Es gibt viele Möglichkeiten, hier Fehler zu machen. Und bei gewissen Patzern kann man den gewünschten Job gleich vergessen.

Bewerbung

Die Bewerbungsmappe muss fehlerfrei sein - sonst wird es schwierig mit dem neuen Job.

(Foto: iStockphoto)

Das beginnt schon beim Anschreiben. "Am schlimmsten ist eigentlich, wenn man nicht individuell auf das Stellenangebot der Firma eingeht", sagt Karriere-Berater Henrik von Petersdorff, der auf seinem Portal bewerberservice.net Jobsuchenden hilft, Bewerbungen professionell zusammenzustellen. Der Bewerber müsse es schaffen, exakt auf das Profil zu passen, das gesucht wird. "Dafür muss er sich auch immer wieder kritisch die Frage stellen: 'Ist das auch das, was ich wirklich will?'", erklärt der Experte.

Ines Geiger, die bei der Deutschen Post DHL das Trainee-Programm GroW betreut, sieht das ähnlich: "Das Anschreiben ist eines der wichtigsten Elemente einer Bewerbung - ist es doch der erste Eindruck, den das Unternehmen vom Bewerber erhält." Daher sollte es individuell auf die Stelle abgestimmt sein und Dinge in den Vordergrund stellen, die dafür und für den Bewerber relevant sind. "Mit ihrer Bewerbung sollen Frauen und Männer zeigen, wer sie sind und warum kein Weg an ihnen vorbeiführt", bestätigt auch Christoph Görtz vom Personalwesen bei Volkswagen in Wolfsburg. "Sie sollten auf den Punkt bringen, worum es ihnen geht. Also: Warum will ich zu Volkswagen, was motiviert mich. Bitte keine allgemeinen Aussagen wie 'Ihr Unternehmen interessiert mich' verwenden."

Besonders dumm kann es laufen, wenn man sich bei mehreren Firmen gleichzeitig bewirbt und dafür alte Bewerbungen wiederverwertet. "Ein Bewerber macht sich nicht beliebt, wenn das Schreiben versehentlich an ein Wettbewerbsunternehmen gerichtet ist", sagt Dirk Pfenning, zuständig für die Personalgewinnung bei der Bayer AG. "Das lässt eine gewisse Sorgfalt sowie das spezifische Interesse für unser Unternehmen vermissen."

Daher sollten Bewerber Firmennamen, Adresse und Ansprechpartner im Anschreiben immer genau checken. Auch eine ungenaue Datums-Angabe wie "im August 2011" ist eher nachteilig - "dann kann der Personaler davon ausgehen, dass es sich um eine Massenaussendung an diverse Firmen handelt", sagt von Petersdorff. Verwendet ein Bewerber in seinem Anschreiben bestimmte Blöcke aus einem alten Brief wieder, sollte er sie immer getrennt voneinander individuell auf das aktuelle Stellenangebot anpassen. Und auch wenn Urlaub und Gehalt wichtige Punkte sind: Wer gleich im Bewerbungsschreiben Gehalts- und Urlaubsforderungen nennt, wenn nicht danach gefragt war, kann den neuen Job gleich vergessen.

Schlechter Eindruck durch fehlende Angaben

Die häufigsten Fehler, die in Bewerbungsunterlagen vorkommen, sind falsche Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. "Wenn da mitten im Satz ein Komma kommt, wo keines hingehört, dann schüttelt es einen schon gleich. Und manchmal sind es Marginalien wie diese, die einen negativen Ausschlag geben können," sagt von Petersdorff. Demnach sollte niemand seine Bewerbungsunterlagen gleich nach dem Schreiben ins Kuvert stecken und losschicken, sondern besser noch einmal eine Nacht darüber schlafen. Außerdem sollte jemand anderes die Bewerbung gegenlesen.

Auch kommt es oft vor, dass Unterlagen unvollständig sind. "Fehlende Angaben und/oder Dokumente machen immer einen schlechten Eindruck", sagt Ines Geiger von Deutsche Post DHL. "Im schlimmsten Fall endet hier das Bewerbungsverfahren für den Kandidaten bereits."

Eigentlich selbstverständlich, aber nicht immer Realität: Alle Aussagen in der Bewerbung müssen der Wahrheit entsprechen. "Sollte ein Bewerber bei seinen Noten oder beruflichen Stationen falsche Angaben machen, hat er keine Chance bei uns", sagt Dirk Haushalter, Sprecher für Personalthemen bei Bosch. "Jemand, der vorgibt, Englisch fließend zu sprechen, sollte das auch tatsächlich können." Alles andere fliegt meist sowieso früher oder später auf, und dann kann es unangenehm werden: "Wir hatten mal einen Bewerber, der weder Deutsch noch Englisch sprach, das aber in seinen Unterlagen angegeben hatte," erzählt Haushalter. "Das ergab letztlich dann ein kurzes, recht sprachloses Aufeinandertreffen."

Alle wichtigen Details zur Bewerbungsmappe finden Sie hier noch einmal zusammengefasst, in der "Checkliste Bewerbungsmappe".

© sueddeutsche.de/tina/holz
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