Fall Guttenberg: Offener Brief an Merkel Doktoranden vereinigt Euch!

Deutsche Wissenschaftler haben genug: In einem offenen Brief an Angela Merkel werfen 23.000 Doktoranden der Kanzlerin einen falschen Umgang mit dem Fall Guttenberg vor.

Der Frust muss raus: Wissenschaftler haben vor dem Kanzleramt einen von 23.000 Doktoranden unterzeichneten offenen Brief an Regierungschefin Angela Merkel übergeben, in dem sie der CDU-Politikerin in der Plagiats-Affäre eine "Verhöhnung" aller wissenschaftlichen Hilfskräfte vorwerfen.

Doktoranden werfen Kanzlerin Merkel die "Verhöhnung" aller wissenschaftlicher Mitarbeiter vor.

(Foto: dapd)

Ihre Haltung in der Debatte über die Dissertation von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lege nahe, "dass es sich beim Erschleichen eines Doktortitels um ein Kavaliersdelikt handele", heißt es in dem Schreiben. Die Initiatoren kritisieren insbesondere die Aussage Merkels, dass sie Guttenberg als Minister bestellt habe "und nicht als wissenschaftlichen Assistenten".

Die Doktoranden beklagen, "wir haben den Eindruck, dass Sie mit aller Macht versuchen, einen Minister zu halten, der trotz massiver Gegenbeweise immer noch die Behauptung aufrecht erhält, er habe in seiner Doktorarbeit nicht bewusst getäuscht." Dabei habe Guttenberg große Teile seiner Dissertation "zusammenkopiert und Quellen vertuscht, um sich den Doktortitel zu erschleichen, mit dem er dann nicht zuletzt auf Wahlplakaten geworben hat".

Einer der Initiatioren des Briefes, Tobias Bunde, sagte, die Kanzlerin spreche stets von der Bildungsrepublik Deutschland. "Nach ihrem Umgang mit der Affäre Guttenberg fragen wir uns aber schon, ob man das noch ernst nehmen kann."

Der Brief mit der Unterschriftenliste wurde vor dem Kanzleramt von einem Mitarbeiter der Poststelle in Empfang genommen. Bunde betonte, er hoffe, dass Merkel die 100.000ste Unterschrift selbst annehme, falls die Affäre überhaupt noch so lange dauere.

Den vollständigen offenen Brief finden Sie hier.