Existenzgründer im Gespräch (4) Investorensuche: "Man muss viele Frösche küssen"

Spenden per Mausklick: Drei Münchner Studenten haben eine Software entwickelt, über die Menschen schnell und unbürokratisch Geld spenden können. Davon sollen nicht nur Hilfsorganisationen profitieren.

Andreas Jagdhuber, 28, Nicolas Reis, 29, und Stefan Grothkopp, 29, haben eine Software für die vereinfachte Durchführung von Spendenaktionen entwickelt und gründeten im März 2010 ihr Unternehmen Altruja. Ihre Applikation lässt sich in jede beliebige Webseite integrieren. Durch einen einfachen Klick können User darüber Geld spenden oder eine eigene Spendenseite für die entsprechende Organisation erstellen - und über soziale Netzwerke zu Spenden aufrufen. Altruja finanziert sich zum einen über transaktionsabhängige Gebühren im einstelligen Prozentbereich und zum anderen über weitere Dienstleistungen wie Social-Media Workshops für gemeinnützige Organisationen.

Die Gründer von Altruja:  Andreas Jagdhuber, Nicolas Reis, Stefan Grothkopp (v.links).

(Foto: privat)

sueddeutsche.de: Wie kam Ihnen die Idee der Spenden-Software?

Nicolas Reis: Ich habe die Idee aus den USA mitgebracht. Dort habe ich bei einem Unternehmen gearbeitet, das ein ähnliches Produkt anbietet: Eine Software, die es ermöglicht, sich online für ein Event anzumelden und diese Anmeldung mit einer Spende zu kombinieren.

sueddeutsche.de: Wie haben Sie die Chancen für Ihr Produkt ermittelt?

Reis: Ich habe mich umgesehen, wie das weltweit gehandhabt wird. So fand ich heraus, dass es ähnliche Softwareprodukte in Großbritannien oder Frankreich schon gibt -in Deutschland jedoch nicht. Wir haben mit vielen Hilfsorganisationen gesprochen - und ausschließlich positives Feedback bekommen. Bislang werben die meisten von ihnen mit Postkarten oder Flyern um Spenden, die meist ohnehin weggeworfen werden . Da geht viel Geld verloren.

sueddeutsche.de: Wie haben Sie als Team zusammen gefunden?

Reis: Andreas Jagdhuber und ich kennen uns schon aus der Schulzeit. Das war jedoch kein Grund , gemeinsam ein Unternehmen zu gründen - Freundschaft und Geschäft zu vereinen, ist ja immer heikel. Aber wir haben lange darüber gesprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass unsere Freundschaft auch kein Hinderungsgrund sein soll. Dann brauchten wir jemanden, der die Software auch bauen kann. Wir haben lange nach jemandem gesucht, der unsere Anforderungen erfüllen konnte. Im September stieß dann Stefan Grothkopp zu Altruja.

sueddeutsche.de: Wie haben Sie ihn gefunden?

Reis: Das war schwierig - Entwickler können weit mehr verdienen als hier bei uns. Wir haben explizit jemanden gesucht, der an einer Unternehmensgründung interessiert ist - für Angestellte fehlte uns das Geld. Trotzdem brauchten wir jemand mit sehr guten Fähigkeiten, in einer IT-Firma ist der Entwickler schließlich elementar an der Idee beteiligt. Stefan haben wir dann über Xing kontaktiert.

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