Erfurt (dpa/th) - Thüringer Ausbildungsbetriebe, die während der Corona-Krise ganz oder teilweise schließen mussten, können ab sofort einen Zuschuss beantragen. Der Freistaat unterstützt damit - anders als in anderen Ländern - Unternehmen, die ihre Lehrlinge trotz der momentanen Krise halten und Ausbildungsverträge nicht kündigen. Dafür stünden insgesamt 3,8 Millionen Euro zur Verfügung, die über die Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie die Handwerkskammern an die Firmen ausgezahlt würden, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit.
Mit dem sogenannten Ausbildungszuschuss können Betriebe 80 Prozent der Ausbildungsvergütung erstattet bekommen. Zudem gibt es eine Pauschale in Höhe von 20 Prozent für entrichtete Sozialversicherungsbeiträge, die nach behördlich angeordneter Schließung gezahlt wurden. Die Hilfe ist beschränkt auf den Zeitraum jener sechs Wochen nach Schließung, für die bei Auszubildenden - im Gegensatz zu regulären Beschäftigten - die Kurzarbeiterregelungen nicht greifen.
Nach Schätzung der Kammern sind etwa 3200 Auszubildende in Thüringen von Betriebsschließungen betroffen, davon rund 2800 im Bereich von Industrie, Handel und Gastronomie sowie etwa 400 im Handwerk.