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Erfolg im Job durch Bewegung:Vom Sport für die Karriere lernen

Sportler wissen, dass man scheitern kann

"Wer einmal Gold holt, hat das in 90 Prozent aller Wettkämpfe nicht geschafft", erklärt Jens Braak. Das vor allem lasse sich im Sport lernen. Der Hamburger Trainer hält viele Analogien zwischen Sport und Wirtschaft für überzogen: "Auf dem Trainingsplatz gibt es objektive Kriterien, wann gewonnen wird. Das ist im Management nicht so ganz einfach."

Aber der Wettbewerbsgeist sei absolut managementtauglich: "Der Sportler fasst die Möglichkeit des Scheitern ins Auge." In der Wirtschaft geschehe das viel zu wenig - mit fatalen Folgen: Angst, und Verdrängung dominierten in der Krise, wo strategisches Handeln gefragt sei.

Eine neue Kultur des Scheiterns fordert auch Eckart von Hirschhausen. Der Berliner "Referent für das Glücklichsein" nennt den Erkenntnisgewinn von ehemaligen Leistungssportlern für Führungskräfte bescheiden: "Anstrengung lohnt sich, Ziele setzen auch und Hartnäckigkeit. Das hätte ich auch von Dieter Thomas Heck lernen können, denn der Schnellsprecher der Nation war als Kind Stotterer."

Wer auf dem Feld Spitzenleistungen vollbringe, sei deshalb noch lange nicht der bessere Unternehmer, meint der Kabarettist: "Wer hätte gerne Horst Hrubesch in der Strategischen Planung, oder Boris Becker in der Personalführung?" Die Führungskräfte, die bei Joachim Franz lernen wollen, den nächsten Marathon zu meistern, tun das in erster Linie für sich selbst. Sie müssen mindestens fünf Stunden pro Woche für das Training aufbringen, sich Gesundheitschecks unterziehen und Lebensgewohnheiten auf den Kopf stellen: "Wenn du erst einmal am Start stehst, hast du schon gewonnen", sagt Franz.

Aber für mehr Teamfähigkeit, Konzentration, positive Grundstimmung und Mitgefühl allein muss man sich nicht die Lunge aus dem Leib laufen, so Eckart von Hirschhausen: "Es reicht, auf einem Kissen zu sitzen und atmend die Seele wieder in den Körper zu holen."

Buchtipp: Joachim Franz, Ab heute alles anders, Campus, 19,90 Euro.