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#endlichfreitag:Schock, Kontrolle, Rückzug, Anpassung

Er stellt weiter fest, dass das In-Angriff-Nehmen eines neuen Projekts mit der Bewältigung eines Todesfalls vergleichbar ist. Schock, Kontrolle, Rückzug, Anpassung. Wer's nicht glaubt, googele die vier Phasen der Trauer nach Yorick Spiegel.

Der Trauernde erfährt sich in dieser Phase (gemeint ist: Kontrolle) in starkem Maße als passiv und ist kaum in der Lage, eigene Entscheidungen durchzusetzen. Durch die starke Selbstkontrolle entsteht ein innerer Abstand zur Realität und unmittelbaren Umgebung des Trauernden, und gerade die Geschäftigkeit seiner Umgebung lässt ihn (den Trauernden) spüren, wie groß die Distanz zwischen ihr und ihm selbst geworden ist. (Quelle: Wikipedia)

Ein cleverer Chef - oder jeder, der mal eine Einführungsvorlesung Arbeitspsychologie besucht hat - weiß natürlich um die Bedeutung von Kontrolle. Zu viel ist Gift für die Motivation. Je mehr sich ein Arbeitnehmer in seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt fühlt, desto eher entscheidet er sich mehr oder weniger offensichtlich für Boykott. Um dem vorzubeugen, gibt es Strategien, die angehenden BWLern bereits im ersten Semester an die Hand gegeben werden.

"Foot in the door": Sie haben ein tolles Langzeitprojekt für einen Ihrer führenden Mitarbeiter. Er soll für mindestens zwei Jahre nach China gehen, um dort ein neues Werk aufzubauen. Doch der Mann hat Familie - Sie rechnen mit Widerstand. Sprechen Sie deshalb zunächst von einem zeitlich begrenzten Auslandsaufenthalt von drei Monaten zur Projekterschließung. Sagen Sie ihm die ganze Wahrheit, wenn er in China ist.

Manager-Typologie

So nicht, Chef!

"Door in the face": Verlangen Sie von Ihrem Mitarbeiter, dass er ein neues Werk in China aufbaut. Angedachter Bauplatz ist bislang unerschlossenes Gebiet im Nordosten, an der Grenze zur Mongolei. Streichen Sie ihm Sekretärin (gibt dort eh erst mal kein Telefon und Internet), Firmenwagen (gleiches gilt für befestigte Straßen) und Urlaubsgeld (die Ruhe - das ist wie Urlaub!). Warten Sie auf seine Proteste. Erzählen Sie dann von dem eigentlichen Projekt.

Wie perfide!, denkt sich der prokrastinierende Projektgestrafte, und klickt zur Beruhigung auf ein Video mit Hundewelpen, die im Gras rollen.

Davon wird ihm ein bisschen schlecht, er fixiert einen Punkt an der Wand hinter seinem Bildschirm, die Uhr, der Minutenzeiger springt, 17:20 Uhr - endlich Freitag, Wochenende! Das wird super!

Was haben Sie in dieser Woche im Job erlebt - Skurriles, Schönes, Nachdenklich-Machendes? Schreiben Sie uns unter Hashtag #endlichfreitag!