E-Learning im Studium Pauken per Podcast

Wiki-Eintrag statt Klausur, Online-Video statt Abschrift: E-Learning bietet Studenten spielerische und bequeme Bildungsmöglichkeiten. Aber am Ende büffeln doch alle wieder in der Bibliothek.

Der moderne Student quält sich morgens nicht mehr aus dem Bett, um seine Vorlesungen zu besuchen. Er schaltet kurz seinen Laptop ein und lässt sich vom Professor per Podcast berieseln. Das könnte man meinen, wenn man sich vor Augen hält, was E-Learning heute alles möglich macht.

Wo Studenten früher ihre Mitschriften austauschten, klicken sie heute im Netz einfach auf "Play".

(Foto: dpa-tmn)

Die Realität des Otto-Normal-Studenten sieht aber anders aus. Es gibt zwar an etlichen Hochschulen virtuelle Lehrangebote, die vieles erleichtern. Das altmodische Büffeln in der Bibliothek und im Hörsaal können sie aber nicht ersetzen. Jede Uni, die etwas auf sich hält, hat heute ein eigenes E-Learning-Zentrum.

Das hat aber nicht dazu geführt, dass Studenten sich nur noch in 3D-Hörsälen im Stil von "Second Life" treffen statt auf dem Campus. "Die Entwicklung ist nicht so revolutionär, wie das vor einigen Jahren aussah", sagt Klaus Wannemacher vom Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover. Virtuelle Welten mit Avatar-Studenten seien an Präsenzhochschulen die Ausnahme. "Verbreitet sind die einfachen Lösungen."

Ziel sei heute statt einer rein virtuellen Lehre das "Blended Learning", erklärt Wannemacher. Der Begriff lässt sich mit "kombiniertem Lernen" übersetzen: Pauken im Cyberspace und auf dem Campus sollen sich ergänzen. Die einfachste Version ist, Studenten online Begleitmaterial zu Veranstaltungen anzubieten. "Praktisch jede Hochschule hat heute dafür eine Internet-Plattform", sagt Professor Ulrik Schroeder von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Der Handapparat, den Studenten früher nur im Copyshop fanden, ist heute also ein digitaler Ordner auf einer Lernplattform wie Moodle, Ip-stud oder Ilias. Mit solchen Angeboten lasse sich der Stoff gut vor- und nachbereiten, sagt Wannemacher.

Das gelte auch für Video-Aufzeichnungen von Vorlesungen, ergänzt Schroeder, der zum Thema computerunterstütztes Lernen forscht. Sie seien beim Wiederholen des Stoffs vor einer Prüfung praktisch: "Wenn ich am Ende des Semesters zum Beispiel wissen will, wie der Professor den Beweis in der siebten Woche nochmal erklärt hat."

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