Dresden (dpa/sn) - Der Landesverband der Freien Berufe (LFB) Sachsen drängt auf nachhaltige Hilfen für Freiberufler, die Gewerkschaft Verdi fordert Hilfen für Solo-Selbstständige. Sie hätten es verdient, in der Krise ebenso wie Arbeitnehmer oder Unternehmen finanziell unterstützt zu werden, hieß es nach Gewerkschaftsangaben in einem Brief der Verdi-Landesbezirksleitung an die Regierungschefs von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Solo-Selbstständigen.
Häufig erfüllten Solo-Selbstständige laut Verdi Bedingungen für bestehende Programme des Bundes nicht, da diese etwa darauf ausgelegt seien, betriebliche Ausgaben wie Mietkosten auszugleichen. Allerdings sei bei Solo-Selbstständigen häufig das eigene Einkommen eine laufende betriebliche Ausgabe, so die Gewerkschaft.
„Inzwischen beginnt für viele Betroffene der dritte Monat des Corona- Shutdowns ohne Einnahmen - Miete, Lebensunterhalt, Versicherungen und andere finanzielle Verpflichtungen sind aber weiterhin zu bestreiten“, warnte die Gewerkschaft. Der Zustand sei für viele Solo-Selbstständige existenzbedrohend.
Der LFB Sachsen fordert nachhaltige Hilfen für Freiberufler. „Dringend notwendig sind mittelfristige Unterstützungsmaßnahmen für die mittelständisch geprägten, häufig auch Familienunternehmen, insbesondere aber auch für die vielen Solo-Selbständigen“, teilte LFB-Sachsen-Präsident Hans-Joachim Kraatz mit. Zudem forderte er einen Abbau der Bürokratie im Zuge der Krise.
Der LFB Sachsen wurde 1990 gegründet. Er vertritt nach eigenen Angaben derzeit 19 Verbände und Körperschaften einzelner Freier Berufe in Sachsen, denen über 46 000 Freiberufler angehören.