"Downshifting" im Job:Wer Anspruch auf Teilzeit hat

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"Firmen, die in Arbeitszeitfragen flexibel sind, können sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren und punkten im Kampf um die besten Fachkräfte", so der Experte. Vielfach gebe es zu diesen Themen sogar schon Vereinbarungen mit dem Betriebsrat oder spezielle Regelungen in Tarifverträgen. Auch Arbeitszeitkonten ließen sich oft nutzen, um Sabbaticals zu ermöglichen.

Wer dauerhaft einen Gang zurückschalten und weniger arbeiten möchte, hat ebenfalls kein nennenswertes Problem - zumindest aus juristischer Sicht. "Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer, der sechs Monate oder länger in einem Unternehmen mit mindestens 15 Mitarbeitern beschäftigt ist, einen Anspruch auf Teilzeitarbeit", sagt Anwalt Schmid. Nur wenn betriebliche Gründe dagegensprechen, darf der Chef den Antrag ablehnen.

Erlaubt ist ein solches Veto zum Beispiel, wenn die verkürzten Arbeitszeiten den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigen würden oder unverhältnismäßig teuer wären. Das kann etwa der Fall sein, wenn eigens ein neuer Dienstwagen anzuschaffen ist (vgl. LAG Niedersachsen, Az.: 17 Sa 487/02) oder die Teilzeitarbeit das bestehende Schichtsystem torpediert. "Die Anforderungen der Rechtsprechung sind aber recht streng", sagt Anwalt Schmid. Ein gewisser Aufwand ist der Firma durchaus zuzumuten - auch wenn im Schichtbetrieb gearbeitet wird (vgl. LAG Köln, Az. 7 Sa 766/12).

Auf dünnem Eis

Schwieriger wird es, wenn Beschäftigte nicht weniger, sondern nur leichter arbeiten wollen. Wer eine Beförderung ausschlägt oder seinen Chef um eine Degradierung bittet, begibt sich nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Selbstvermarktung auf dünnes Eis. Auch juristisch ist der selbst gewählte Abstieg ein heikles Thema. Zwar kann jeder Arbeitnehmer darauf pochen, mit seinem Anliegen vom Chef gehört zu werden. Wer jedoch laut Arbeitsvertrag eine bestimmte Position bekleidet, kann normalweise nicht erzwingen, aus der Führungsetage auf einen Allerweltsposten versetzt zu werden. "Meist sind Beschäftigte hier auf den guten Willen des Arbeitgebers angewiesen", so Schmid.

Etwas anderes könne nur gelten, wenn das Unternehmen just eine solche Allerweltsstelle ausgeschrieben habe. "In diesen Fällen kann der Arbeitgeber aufgrund seiner gesetzlich verbrieften Fürsorgepflicht verpflichtet sein, die offene Position mit einer amtsmüden Führungskraft zu besetzen", so Schmid. "Selbst eine Änderungskündigung durch den Arbeitnehmer ist in einer solchen Konstellation theoretisch vorstellbar."

Weigert sich der Arbeitgeber beharrlich, eine Führungskraft zurückzustufen, obwohl eine entsprechende Stelle vorhanden wäre, kann der Betreffende alles auf eine Karte setzen und das Arbeitsverhältnis kündigen - verbunden mit dem Angebot, die Zusammenarbeit zu seinen Wunschkonditionen fortzusetzen. "Ob der Arbeitgeber hierauf eingeht, steht jedoch in seinem freien Ermessen und unterliegt keiner gerichtlichen Nachprüfung", so Schmid. Er empfiehlt stattdessen ein sachliches, gut vorbereitetes Gespräch, um ans Ziel zu gelangen - und das Hamsterrad erst einmal hinter sich zu lassen.

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