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Doktortitel kaufen:Sind wir nicht alle ein bisschen Doktor?

Ein Ehrendoktor in Kirgistan kostet 25.000 Euro, in Miami erhält man ihn schon für 150 Euro - und dann gibt es noch Promotionsberater, die nach einer kleinen Spende weiterhelfen: Wie man in Deutschland für Geld an einen Titel kommt.

Rudolf Neumaier

Die Würde kommt per UPS. Ein schlichtes Päckchen, der Pförtner übergibt es. Alles andere als feierlich, er kennt den Inhalt nicht. Eine Urkunde. Die Urkunde! "The Senat of the Miami Life Development Church & Institute, Inc" (MLDC) zertifiziert, dass Rudolf Neumaier gemäß den Statuten der MLDC alle Anforderungen zum Grad des "Dr. h.c. of Metaphysical Sciences" erfüllt habe. Das ist freundlich formuliert. Es gab nämlich überhaupt nur eine Anforderung: 150 Euro zu überweisen.

Ein Ehrendoktor in metaphysischen Wissenschaften der MLDC zu sein, fühlt sich ungefähr so an, wie eine Hermès-Unterhose vom türkischen Basar für zwei Euro zu tragen. Aber, stellt Hermès überhaupt Unterhosen her? In Wirklichkeit?

Die Urkunde sieht protziger aus als handelsübliche Doktor-Urkunden deutscher Fakultäten. Der Stempel ist echt, die Unterschrift eines D. van Hoogen, des Senatspräsidenten, nur faksimiliert. Dafür prangt ein Emblem mit Kreuz, Bischofsstab und Mitra im Eck. In den USA dürfen kirchliche Einrichtungen Ehrendoktorwürden verleihen, und als Kirche kann sich dort praktisch jeder Angelklub deklarieren lassen.

Ehrendoktorwürde in "Aromatherapy"

Mit der katholischen Kirche dürfte die MLDC recht wenig zu tun haben. Die Ehrendoktorwürden in "Exorcisms", "Pastoral Hypnotherapy", "Gospel Music" und "Angel Therapy" könnte man mit viel gutem Willen noch als Randgebiete der Theologie durchgehen lassen. Es dürfte aber schwer sein, für "Wellness Studies", "Ufology", "Aromatherapy", "Esoteric Psychology" und "Feng Shui" Doktorväter an einer kirchlichen Hochschule zu finden. Die komplette Liste steht im Internet unter www.doktortitel-kaufen.net.

Ein Scherz? Nepp? Wen juckt's. Genau sieben Tage nach der Bestellung und dem Überweisen der "Spende" - schließlich gibt es Doktortitel nicht zu kaufen - rief der Pförtner an: "Für Sie ist ein Päckchen da."

Das Geschäft mit den Titeln boomt

Es ist kinderleicht, im Internet Firmen zu finden, die einem "den Doktor" vermitteln. So billig wie bei der MLDC ist er allerdings sonst kaum zu haben. Das Geschäft mit Titeln, man muss das so sagen, es boomt. Trotz Guttenberg oder wegen Guttenberg oder unabhängig von Guttenberg.

Die Seite www.titel-kaufen.de bekommt jeden Tag zwischen vier und zehn Anfragen. Sie hat auch Gesellenbriefe, Adelstitel, Master- und diverse andere Diplome im Angebot. Die Homepage ist phantastisch aufgemacht. Beredt ist der Weg zum Titelbetrug geschildert (40 Euro pro Seite für Ghostwriting).

Doch müsste jeder stutzig werden bei Sätzen wie: "Wollen Sie legal einen Doktor Titel führen, der Ihnen zu mehr Ansehen und Sexappeal verhilft?" Allein die wenigsten kapieren den Sarkasmus. Und die wenigsten klicken auf die unauffällige Unterseite "Titel kaufen - geht das wirklich?" Die klärt auf: "Vorsicht, Satire!"

Titel ergaunern - mit krimineller Energie

Christian Bücherl, 30, ist (echter) Diplom-Kaufmann und einer von drei Geschäftsführern einer Internetfirma im Münchner Stadtteil Haidhausen. Zusammen haben sie www.titel-kaufen.de im August 2009 gestartet. Ein Scherzprojekt, sagt Bücherl. Doch was ursprünglich der eigenen Belustigung diente, hat sich in ein Ärgernis verkehrt. Ja, die Weltsicht dieses jungen Mannes hat sich verschoben. "Es ist doch traurig", sagt er, "wenn so viele Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten so viel kriminelle Energie aufbringen."

Die Energie liegt darin, dass sich die Leute die Vorzüge eines Titels ergaunern wollen und nichts zu investieren bereit sind. Außer Geld. Knapp 3000 Anfragen hat www.titel-kaufen.de bislang bekommen. Von potentiellen Betrügern, die den Klamauk nicht durchschaut haben, und treuherzig die Online-Bestellformulare ausfüllten.

Das gesammelte Material gibt einen unverfälschten Einblick in die Motivation potentieller Titelbetrüger. Im Grunde handelt es sich bei dieser Satireaktion um einen Feldversuch. Hat nicht auch die Titanic mit bizarren Inszenierungen und gefakten Anrufen bizarre Wahrheiten zutage gefördert? Wenn man diesen Stoff wissenschaftlich bearbeitet, könnte man locker eine passable Dissertation daraus stricken.

"Man hinterfragt plötzlich sehr viel"

Bücherl selbst will nicht promovieren. Kein Impetus, keine Zeit. Erfolg hat er ja schon, mit seiner Firma.

Die meisten Interessenten, die auf diese Seite klicken, wollen Doktor werden. Das lässt sich an den eingegebenen Suchbegriffen zweifelsfrei ablesen. Die Unterseite "Doktortitel ohne Studium" verzeichnet 64.000 Aufrufe. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren. Bücherl hat längst aufgehört, alle Bestellungen zu sichten. Und er hat noch nie eine beantwortet. Manchmal, sagt er, gehe er durch die Stadt, und wenn er einen Pulk von Anzugträgern sieht, komme ihm das alles falsch vor. "Man hinterfragt plötzlich sehr viel."

Dann zeigt einem Bücherl die Zuschriften. Die Leute sind bereit, neben Namen, Geburtsdatum und Abschluss ihre Motive anzugeben. Bücherl präsentiert die Zuschriften anonymisiert. Aus vielen liest er Dreistigkeit heraus, aus einigen Verzweiflung und - vereinzelt - auch Dummheit.

Von der Mittleren Reife zum Doktor

Ein sehr dreister Kandidat mit mittlerer Reife interessiert sich für das volle Programm: Abitur, Doktortitel, Doktorarbeit. Er arbeitet als Medizintechniker, seine Beweggründe: Alle Kollegen und viele Kunden hätten einen Doktortitel - "es ist schwierig für mich, anerkannt zu werden, obwohl ich auf meinem Gebiet sehr gut bin." Offen lässt er die Frage nach dem Betrag, den er zahlen würde.

Die Preisvorstellungen bewegen sich meistens im vier- bis fünfstelligen Bereich. Ein Doktor der Medizin bietet 150.000 Euro für einen Grafen oder Prinzen. Ein promovierter Jurist würde für einen Adelstitel 190.000 Euro hinlegen - per Heirat oder per Adoption. Überhaupt könnte Bücherl allein mit Juristen einen schönen Reibach machen, betriebe er den Handel wirklich.

Jede dritte Anfrage von Juristen

Jede dritte Anfrage nach einem Doktortitel komme von einem examinierten Rechtswissenschaftler, sagt Bücherl. Nicht einmal Mediziner, die sich den Doktorgrad mit vergleichsweise geringem Aufwand legal erarbeiten können, schrecken vor solchen Praktiken zurück. Ein Oberarzt für Orthopädie will Chefarzt werden, er brauche dazu aber, wie er angibt, "unbedingt den Dr.-Titel"; Liefertermin: "In den nächsten zwölf Monaten"; Preisvorstellung: "Egal, keine Grenze vorhanden"; Ergänzungen: "Ich hoffe, Sie können mir helfen." Und dann kommt sogar ein Fachhochschuldozent zum Vorschein, der sich promovieren lassen will, damit er bei seinen Kollegen und Studenten stärker auf den Putz hauen kann. Ein Doktorand mit zwei Uni-Abschlüssen schreibt, er habe "ehrlich gesagt keine Lust mehr" aufs Promovieren und "möchte es auf diesem Weg versuchen".

Aus Österreich meldet sich der Bürgermeister einer kleinen Stadt und hält ein MBA-Diplom für "eine passende Ergänzung" - Preisvorstellung: "Alles Verhandlungssache." Die Bestellquote österreichischer Provenienz sei signifikant hoch, sagt Bücherl. Was er nicht fassen kann: Dass die Interessenten wie der Bürgermeister oder Rechtsanwälte keine Skrupel haben, ihr Titelbetrug könnte irgendwann auffliegen und das gefälschte Prestige in bittere Schmach verkehren.

Die Lösung: Ein zentrales Titel-Register

Eine Lösung? Bücherl hätte eine Idee: ein zentrales Register, in der alle deutschen Unis alle Personen auflisten, die sie rechtmäßig zu Doctores promoviert haben. Nur Namen und Titel, keine Benotungen - damit dem Datenschutz Rechnung getragen wird. Dann hätten alle Möchtegern-Doktoren künftig ein Problem. Die Titelhändler auch.

Doch all die anderen? Die Verzweifelten? Zum Beispiel die junge Frau, die unbedingt ein Diplom als Tanzpädagogin haben will, am liebsten von der Essener Folkwangschule oder von der Ballettakademie Nürnberg. Grund: Sie will ihre Schwiegereltern beschwichtigen, die sie für einen "nichtsnutzigen, faulen Menschen" halten. Schreibt sie. Oder die junge Mutter, die durch ihre Scheidung viel Geld verloren hat und wegen der Geburt ihres Kindes ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau nicht abschließen konnte? Sie braucht das Zertifikat angeblich, um ein Fernstudium beginnen zu können.

Oder die junge Osteuropäerin, die ihren Eltern jahrelang vorgaukelte, sie studiere Betriebswirtschaft? Sie muss einen Abschluss vorweisen. Der Tischlergeselle, der seinen Gesellenbrief verloren hat und ihn als Beleg für seinen Rentenanspruch benötigte? Oder gar die Ehefrau, die ihren Mann belog, als sie ihm sagte, sie habe eine Ausbildung als Friseurin absolviert? Jetzt will der Mann den Gesellenbrief sehen. Sie bietet 50 bis 100 Euro.

Der Mensch versucht, mehr aus sich zu machen als er ist

Nun stellt sich die Frage, ob all diesen Unglücklichen und Titelgaunern kriminelle Energie attestiert werden muss - oder eine Psychose, eine Profilneurose, Minderwertigkeitskomplexe. Der Erlanger Verhaltenstherapeut Rudolf Sponsel beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Hochstaplern. Würde man all diese Menschen zu einer psychiatrischen Untersuchung schicken, würde sich herausstellen, dass mindestens 90 Prozent von ihnen psychisch vollkommen gesund sind, sagt Sponsel. Gesund heißt: normal, also ein bisschen kriminell. Es liege in der Natur des Menschen, dass er mehr aus sich zu machen versucht, als er ist. "Die einen frisieren ihre Autos, die anderen ihre Vita und fast alle die Steuererklärung."

Es wimmelt nur so vor Promotionsberatern

Die Anlage zum Kriminellen schlummere in jedem. Der Psychologe zitiert einen Satz, den er von Angela Merkel gelesen hat: "Eigentlich gewinnt immer der, der sich nicht an die Spielregeln hält." Aber warum kauft sich dann nicht jeder einen Doktortitel? "Ganz einfach! Weil die meisten eben doch Skrupel haben, erwischt zu werden. Damit, dass sie moralisch gereift wären, hat das nicht viel zu tun." Kein Wunder, dass das Geschäft mit Pseudotiteln so einträglich ist, dass es im Internet vor sogenannten Promotionsberatern nur so wimmelt.

Wer in Deutschland den Doktorgrad erlangen will, muss normalerweise eine lange Zeit der Enthaltsamkeit auf sich nehmen. Muss auf Geld verzichten und auf vieles, was Spaß macht, wobei sich die Entbehrung durch das Vergnügen kompensieren lässt, das sich im Laufe des langen Arbeitens an einem Thema einstellt. Die andere Möglichkeit: Man ruft bei einem Promotionsberater an.

Geschäftstüchtiger Professor

Dietmar Buhl (Name geändert) nennt sich Professor, genau genommen Prof. h.c. Dr. h.c. mult., was wieder an die Hermès-Unterhosen erinnert. Für einen Ehrenprofessor (gibt es so was überhaupt?) und multiplen Ehrendoktor klingt er ungewöhnlich unprofessoral am Mobiltelefon. Ein geschäftstüchtiger Mann, keine Frage. Buhl schwäbelt, das verleiht ihm einen verbindlichen Charme. "Bei mir bekommen Sie nur h.c.", sagt er und listet freizügig die Preise auf. 25.000 Euro für einen h.c. aus Kirgistan. "Dürfen Sie in Deutschland führen."

Na, aber ein europäisches Land sollte es schon sein, bitte. "In Rumänien liegen wir bei 70.000." Hmm, Rumänien, gibt's denn nichts im deutschsprachigen Raum? "Da wird's schwierig. Die Schweiz, aber nicht unter 130.000, das sage ich gleich." Den Geschäftsweg muss man sich so vorstellen, dass der Kunde den fraglichen Betrag überweist, von dem ein Teil an den Vermittler und ein Teil an die Universität fließt, möglicherweise auch an entscheidende Hochschulfunktionäre persönlich.

Leistung = Spende

Im Internet wirbt Buhl, pardon, Professor Buhl, mit dem Slogan "Ihr Doktortitel. Legal. Anerkannt. Führbar." Er beteuert dort: "Die Verleihung eines Ehrendoktors bedeutet eine große Auszeichnung und drückt den Respekt vor den Leistungen des Kandidaten aus." Leistungen? Damit dürfte eine Spende gemeint sein. Wie bei der MLDC. Es klingt wie Satire, wenn er damit wirbt, dass "schon viele Personen, die sich vertrauensvoll an uns gewandt haben, den verdienten Dr. h.c. für Ihr Engagement erhalten konnten". Es ist ernst gemeint.

Aber, mal ehrlich, Herr Professor, Ihre h.c.-Angebote in Ehren, geht denn nichts mit einem echten Doktor? "Wenn Sie promovieren wollen, sind Sie bei mir falsch. Da muss ich Sie an einen Kollegen verweisen, der sich darauf spezialisiert hat." Den Kontakt stellt er per E-Mail her. Recht diskret.

"Ihr Doktortitel. Legal. Anerkannt. Führbar"

Ein paar Tage später schickt ein Dr. Wolfgang Haser (Name geändert) seine Telefonnummern. Wenn man den mit verschlüsselter Nummer anruft, hebt er erst mal nicht ab. Also unverschlüsselt. Er ist sofort Herr des Verfahrens.

"Sie haben ja mit Professor Buhl gesprochen, ist das richtig?" Lustig, diese Herren pflegen, scheint's, mit vollem Titel übereinander zu reden. Wie korrekt!

"Ja. Er hat mich an Sie verwiesen. Ich will einen Doktor."

"Sie wollen ordentlich promovieren. Da müssen Sie vorsichtig sein mit den Formulierungen. Sie kennen ja die Medienberichte über Guttenberg." Das Gespräch dauert gut zehn Minuten. Es ist gut, sich vorher eine Vita zurechtzulegen: Magister in Geschichte, die Arbeit schreiben lassen von einem Freund, der inzwischen untergetaucht ist, Bedarf an einem deutschen Doktortitel, weil alle anderen in der Firma auch Doctores sind, Geld ist ausreichend vorhanden. Dr.Haser kommt schnell zur Sache, er spricht den Kunden mit "Herr Kollege" an.

Man darf nicht zu neugierig sein

Er dürfe nur Empfehlungen aussprechen, das heißt, den Kunden bei einem Doktorvater unterbringen, mehr nicht. Dann sei seine Arbeit erledigt. Er könne sich vorstellen, die Angelegenheit an einer bestimmten Berliner Uni in einem politischen Fach zu platzieren. Die Frage, ob er dort bereits Promotionen vermittelt habe, bleibt unbeantwortet, man darf nicht zu neugierig sein, Dr. Haser ist sensibilisiert - die Medien, Guttenberg.

Kosten? "Sie leisten eine Anzahlung, die sich im Bereich von 7000, 8000 Euro bewegt, können auch 9000 werden." Wenn alles abgeschlossen ist, fallen nochmal 6000 bis 7000 an. Man wird immatrikuliert und bekommt ein Thema gestellt. "Für die Doktorarbeit sind Sie selbst verantwortlich. Es gibt keine Gewähr, dass alles glattläuft, das liegt an Ihnen."

"Hm, die Dissertation. Gibt es denn Leute, die einem die Arbeit schreiben?"

"Dafür müssen Sie sich einen Geistschreiber nehmen. In der Regel nehmen die 20000 Euro. Da haben Sie aber keine Gewähr, dass Sie an der Uni durchkommen." Und wieder: Er könne einen Ghostwriter nur empfehlen, mehr könne und dürfe er nicht. "Aber warum", fragt er, "gehen Sie denn nicht zu Professor Buhl und nehmen einen Ehrendoktor?" - "Das ist ja auch nicht wesentlich billiger. Und Kirgistan, na ja." Wir vertagen uns.

"Die Betrüger lauern überall"

Vor zwei Jahren flogen in Deutschland Professoren auf, die solche Geschäfte machten. Sie bekamen Ärger mit Staatsanwälten. Der Promotionsberater Dr. Haser ist vorsichtig - und er warnt vor dem Risiko. Wahrscheinlich sind die Dienste, die er anbietet, nicht einmal illegal. Probleme können jedoch die Kunden bekommen. Und die akademischen Betreuer.

Scientia nobilitat. Wissenschaft adelt. Mit dieser Losung hat Haser die Homepage seines Instituts für Akademische Zusammenarbeit geschmückt. Auf der Unterseite "Die Betrüger lauern überall" steht: "Es gibt wohl kaum ein legales Geschäftsgebiet, auf dem sich so viele Betrüger tummeln wie in der Promotionsberatung." Einen Klick weiter unter "Vertragsgestaltung" heißt es: "Im Regelfall schließen wir keine schriftlichen Verträge ab, sondern betreuen unsere Klienten per Handschlag." Und zum Risiko: "In Deutschland liegt die Erfolgsquote für Doktoranden weit unter 50 Prozent."

Am Ende des Telefonats ordnet Dr. Haser an, dass man sich an keinen anderen Promotionsberater mehr wenden soll. "Denn am Ende landen immer alle bei mir, wenn es ums Promovieren geht."

Okay.

Ab nach Paraguay

Es ist am Ende wohl sinnvoller, sich mit dem billigen Ehrendoktor aus Miami zu begnügen. Man ist damit zwar nur ein besserer Faschingsprinz, weil jeder deutsche Standesbeamte lauthals lachen würde, wollte man den Titel in den Pass eintragen lassen. Aber immerhin hat die MLDC einen Bestellbogen für Visitenkarten mitgeschickt. Und eine Rechtsbelehrung, versehen mit einem Tipp: "Man erwerbe einen kirchlichen Doktortitel und wandere nach Paraguay aus. Dort bleibt man zwei Jahre und beantragt die Staatsbürgerschaft. Wird diese gewährt, gibt es einen paraguayischen Pass. Paraguay erkennt den Dr. an, und wenn man nach Deutschland reist, muss Sie jeder mit Dr. ansprechen." So einfach ist das. Also, ab nach Paraguay.

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Quelle:
SZ vom 13.04.2011/holz
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