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Digitalisierung:IT-Experten verzweifelt gesucht

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Einzelgängerische Nerds sind auf dem Arbeitsmarkt für IT-Experten nicht begehrt. Die Arbeitgeber setzen auf kommunikative Persönlichkeiten.

(Foto: imago/Westend61)

Manche IT-Jobs, etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz, setzen ein Studium voraus. Für andere genügt eine Ausbildung - aber die Abbrecherquote ist hoch.

Aus Bluetooth-Lautsprechern hören immer mehr Menschen ihre Lieblingsmusik, unabhängig davon, in welchem Zimmer ihrer Wohnung sie sich aufhalten. Die Waschmaschine weiß, wann sie den Nachtstrom nutzt - und Autos kommen ganz ohne Fahrer aus. Computersysteme finden sich heute in nahezu allen Bereichen des Lebens. Versteckt und ganz offensichtlich. Und es braucht viele Menschen, die Geräte erdenken, aber auch die Software dahinter programmieren und auf dem Laufenden halten. Denn: Nicht nur im Privaten ist der Computer allgegenwärtig.

"Es gibt kein Unternehmen mehr, das ohne IT auskommt", sagt Juliane Petrich, Leiterin für den Bereich Bildung im Branchenverband Bitkom. Welchen Stellenwert die Informatik inzwischen hat, zeigt sich auch in den Führungsetagen zahlreicher Unternehmen - dort gibt es oft neben dem CEO und dem CFO, dem Chef für Finanzen, auch einen CIO. Das ist der "Chief Information Officer", der Chef über die Daten.

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Der Bedarf an Fachkräften ist enorm, sagt Petrich. Nach Angaben des Portals Statista waren im vergangenen Jahr 21 500 Menschen im Bereich der IT-Hardware tätig. 875 000 Berufstätige beschäftigten sich mit IT-Services und -Software, wobei vor allem in letzterem Bereich die Anzahl der Beschäftigten in den vergangenen Jahren zugenommen hat.

Erst vor wenigen Jahren sind zahlreiche neue Ausbildungsberufe entstanden, aber auch an den Hochschulen gibt es jede Menge Studiengänge im Bereich Informatik. "Allerdings liegt die Abbrecherquote bei circa 50 Prozent", berichtet Petrich. Denn die Erwartungshaltung und die Inhalte gingen stark auseinander. Weit verbreitet und trotzdem sehr gesucht sind die Berufsbilder Softwareentwickler, IT-Sicherheitsexperten, Data Scientist und KI-Entwickler, wobei der Weg in diese Jobs meist über ein Studium führt.

Sehr häufig taucht der Begriff "Softwareentwickler" in Stellenanzeigen auf, doch er ist nicht scharf definiert. "Es gibt verschiedene Rollen im Team", erläutert Petrich. Da ist zum einen der Frontend-Entwickler: Er ist für die grafische Umsetzung von Programmen zuständig oder die Schnittstellen für die Nutzer. Er macht die Programme also für die Mitarbeiter möglichst verständlich und einfach zu bedienen. Der Backend-Entwickler hingegen "implementiert die funktionale Logik im Hintergrund". Das bedeutet, er sorgt dafür, dass die Programme den Anforderungen der Unternehmen entsprechen und dass alles reibungslos funktioniert. In den Beruf des Software-Entwicklers kann nahezu jedes Informatikstudium führen.