Deutsche Bildungskarrieren – Willy Brandt

Auch für Willi Brandt war eine große Karriere alles andere als selbstverständlich: Als nichtehelicher Sohn einer Verkäuferin besuchte er nach der Mittel- und Realschule das Gymnasium in Lübeck und bestand 1932 das Abitur. Für ein Studium fehlten ihm die Mittel, deshalb begann Brandt ein Volontariat bei einer Reederei. Im Dritten Reich emigrierte er nach Norwegen, dort wurde ihm die Aufnahme eines Geschichtsstudiums ermöglicht.

Publizistische und politische Aktivität waren dem jungen Brandt jedoch wichtiger als die universitäre Lehre - und auch ohne Abschluss gelang ihm 1949 als Abgeordneter der SPD der Eintritt in den ersten Deutschen Bundestag der Bundesrepublik. Als Karriereschritte folgten: 1957 regierender Bürgermeister von Berlin, 1966 Außenminister und von 1969 bis 1974 Bundeskanzler. Sein "Kniefall von Warschau" leitete die Entspannungspolitik mit Osteuropa ein und brachte dem Kanzler internationale Anerkennung und den Friedensnobelpreis 1971.

Schafft jeder, der sich anstrengt, den Aufstieg - oder hängen alle Chancen vom Elternhaus ab? Schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen im Bildungssystem: Was ist gut, was muss sich ändern? Welche Ängste plagen Sie?

Foto: dpa

20. Mai 2009, 10:192009-05-20 10:19:00 ©