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Das erste Gehalt:Job im Kulturbereich? Selten lukrativ

Sagt man Friedrichsen, dass Christina Schneider eher ein Job in der Kulturbranche vorschwebt, räuspert sie sich kurz. Statistisch gesehen steigen Hochschulabsolventen in dieser Branche mit 10.000 Euro weniger im Jahr ein. "Im kulturellen Bereich, in Bildungseinrichtungen und sozialen Einrichtungen verdient man am Anfang eher um die 30.000 Euro brutto im Jahr."

Schaut man sich die Gehälter allein nach Studienrichtung an, hätte Claudia Schneider besser Medizin studiert. "Die Mediziner sind mit einem Anfangsgehalt von 46.000 Euro im Jahr die Topverdiener", sagt Friedrichsen. Dann kämen die Ingenieure (44.000 Euro), Naturwissenschaftler (43.000 Euro), Juristen (42.000) und Wirtschaftswissenschaftler (41.000 Euro).

Ganz hinten liegen die Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler. Sie verdienen im ersten Berufsjahr im Durchschnitt mit 33.000 Euro knapp 10.000 Euro weniger als alle anderen. Mit diesen statistischen Daten an der Hand kann Schneider ihre Verdienstmöglichkeiten einschätzen. Doch letztendlich, sagt Gehaltscoach Martin Wehrle, könnten sie immer nur Anhaltspunkt sein.

Alleiniges Kriterium bei der Berufswahl sollten die Gehaltsaussichten nicht sein. "Am Ende verdient jemand immer in dem Beruf am meisten, wo er die größte Leidenschaft an den Tag legt. Wer aus ganzem Herzen Künstler ist, sollte ruhig Kunst studieren - meist findet sich ein Weg, das Vergnügliche mit dem Einträglichen zu verbinden." Viel wichtiger als ihr Gehalt ist Christina Schneider erst einmal, dass sie in der Filmbranche unterkommt. Dort möchte sie nämlich am liebsten arbeiten.

Heike Friedrichsen hat dennoch Tipps für alle, die ein geisteswissenschaftliches Fach studiert haben und trotzdem ein hohes Gehalt verdienen möchten: Sie rät, sich ein möglichst großes Unternehmen als Arbeitgeber auszusuchen, denn die seien häufiger an einen Tarif gebunden.

Gleichzeitig sollte es möglichst eine Position mit Potenzial, also mit Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sein. Und Frauen täten immer gut daran, Unternehmen auszusuchen, die Frauenförderprogramme haben.

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