Das Büro der Zukunft Gewächshaus

Deutsche Arbeitszimmer müssen grüner werden. Leider sind die vielen Pflanzen vielen Unternehmen zu teuer.

(Foto: dpa)

Ein Kaktus auf der Fensterbank reicht nicht mehr. In grünen Büros ragen Palmwedel über die Monitore, manche Firmen lassen Pflanzen gar vertikal in Bürowänden wurzeln. Unternehmen haben Pflanzen als Leistungssteigerer entdeckt. Studien belegen, dass Pflanzen die Büroatmosphäre verbessern, chemisch und psychologisch. Die von der EU geförderte Kampagne "Gesundes Grün am Arbeitsplatz" hat die Ergebnisse zusammengefasst. Demnach verringern Pflanzen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Husten und Reizungen an Augen um 30 Prozent. Die Mitarbeiter sind weniger gestresst und produktiver. In einer norwegischen Studie sanken Krankmeldungen in mit Pflanzen zugestellten Büros um 60 Prozent.

Eindrucksvolle Ergebnisse brachte auch ein Versuch beim Autobauer BMW. In einem Testbüro stellten die Münchner 2005 auf zwölf Prozent der mehr als 300 Quadratmeter Pflanzen auf. Die Luft war dort weniger trocken, und die Mitarbeiter waren zufriedener. Viele der 21 Mitarbeiter im grünen Büroteil sagten, sie fühlten sich durch die Pflanzen entspannter und motivierter, fast alle fühlten sich weniger durch Lärm gestört. Dennoch überstand das grüne Büro nicht das Ende der Testphase 2005 bei dem Autobauer. Zu aufwendig, sagt Projektleiter Michael Mohrlang, "wir brauchten allein 2000 Liter Wasser in der Woche". Zudem nehmen die Pflanzen viel teuren Büroraum ein. Dennoch setze BMW nun stärker Pflanzen ein, berichtet Mohrlang, etwa mit bepflanzten Stellwänden in Büros.