Comebacks nach dem Rücktritt:Jetzt erst recht

Guttenbergs Rücktritt muss noch lange nicht das Ende seiner Karriere sein. Nicht nur in der Politik tauchen Verschwundene plötzlich wieder auf - erfolgreicher als je zuvor. Eine Auswahl von bedeutenden Rückkehrern

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Wolfgang Schauble

Quelle: AP

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Der Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss nicht für immer das Ende seiner politischen Karriere bedeuten. Mehrfach verzichteten Politiker nach einem Fehlverhalten auf Spitzenämter, tauchten aber irgendwann wieder auf - mit Erfolg.

Wolfgang Schäuble:

Der heutige Bundesfinanzminister kam im Jahr 2000 wegen der CDU-Spendenaffäre um den Waffen-Lobbyisten Karlheinz Schreiber in Bedrängnis. Er gab seine Ämter als CDU-Vorsitzender und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender auf und zog sich in die zweite Reihe zurück.

2005 wurde er Bundesinnenminister, seit 2009 steht er an der Spitze des Finanzministeriums.

Herbstklausur der Grünen

Quelle: dpa

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Cem Özdemir:

Der Grünen-Politiker legte 2002 sein Amt als innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion nieder, nachdem ein Billigkredit des PR-Beraters Moritz Hunzinger sowie privat genutzte dienstliche Bonusmeilen für Empörung gesorgt hatten.

2008 wurde er Vorsitzender der Partei - gemeinsam mit Claudia Roth.

CSU-Vorstandssitzung - Pk Seehofer

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Hors Seehofer:

Seehofer war Vize-Chef der CDU/CSU-Fraktion in Berlin und für Fragen der Gesundheits- und Sozialpolitik zuständig, als er im November 2004 nach einem innerparteilichen  Konflikt um die Sanierung des deutschen Gesundheitssystems seine Ämter niederlegte.

Im Wahlkampf 2005 kehrte er auf die bundespolitische Bühne zurück, wurde im Kabinett von Angela Merkel Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Heute ist er CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident.

Vor 20 Jahren starb Franz Josef Strauß

Quelle: dpa

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Franz Josef Strauß:

Der damalige Bundesverteidigungsminister trat 1962 wegen der "Spiegel-Affäre" zurück. Nach einem kritischen Artikel zum Verteidigungskonzept der Bundeswehr unter dem Titel Bedingt abwehrbereit ließ Strauß die Redaktionsräume des Magazins Der Spiegel durchsuchen und Redakteure festnehmen. Der CSU-Politiker schien damals politisch am Ende, doch die Partei hielt zu ihm.

1966 wurde er Bundesfinanzminister, 1978 Ministerpräsident in Bayern, 1980 Kanzlerkandidat der Union. Gewählt wurde er jedoch nicht.

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Quelle: Alessandra Schellnegger

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Otto Wiesheu:

Als CSU-Generalsekretär verursachte er 1983 betrunken einen tödlichen Verkehrsunfall auf der Autobahn. Dafür wurde er 1985 zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Er arbeitete danach zunächst als Geschäftsführer der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung.

1990 wurde er Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium, 1993 Verkehrsminister, 2005 Mitglied im Vorstand der Deutschen Bahn AG. Heute ist er Präsident des Vereins Wirtschaftsbeirat der Union in Bayern.

Christoph Daum

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Nicht nur Politiker kommen nach einer Krise oftmals gestärkt zurück. Auch in anderen Berufsfeldern gab es spektakuläre Comebacks:

Christoph Daum:

Im Oktober 2000 wurde dem damaligen Trainer vom Fußballverein Bayer 04 Leverkusen und designierten Trainer der deutschen Nationalmannschaft der Konsum vom Kokain nachgewiesen. Nachdem er die Vorwürfe zunächst abstritt, sorgte schließlich eine Haaranalyse für Klarheit. Als Vereinstrainer wurde er fristlos entlassen, sein Vertrag mit dem DFB aufgelöst.

Heute ist Daum Trainer des türkischen Fußballvereins Fenerbahce Istanbul und war zwischenzeitlich auch in der Bundesliga wieder aktiv.

Steve Jobs

Quelle: AP

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Steve Jobs:

Der Apple-Mitgründer verließ 1985 nach internen Streitereien das Unternehmen und gründete mit weiteren Apple-Abtrünnigen die Next Computer Inc.

Als Apple 1996 deren Software kaufte, kehrte Jobs als Berater zum angeschlagenen Computerhersteller zurück, wurde Geschäftsführer und brachte das Unternehmen zu neuer Blüte.

Käßmann muss ein Monatsgehalt Strafe zahlen

Quelle: dpa

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Margot Käßmann:

Sie war Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, als sie 2010  von der Polizei alkoholisiert am Steuer ihres Wagens erwischt wurde. Sie trat von beiden kirchlichen Führungsämtern zurück.

Im Sommer des gleichen Jahres bekam sie eine Stelle als Gastdozentin an der amerikanischen Emory Universität in Atlanta, seit Januar 2011 hat sie eine Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum inne. In der deutschen Bevölkerung ist sie so beliebt wie nie zuvor.

MICHEL FRIEDMAN ERHAELT BUNDESVERDIENSTKREUZ

Quelle: DDP

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Michel Friedman: 

Friedman war Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Präsident des European Jewish Congress, CDU-Politiker und erfolgreicher TV-Talkmaster, als bei einer Hausdurchsuchung Kokain in seinen Wohnräumen gefunden wurde. Friedman wurde zudem bezichtigt, über eine Schleuserbande Prostituierte aus Osteuropa auf sein Hotelzimmer bestellt zu haben. Er legte daraufhin alle Ämter nieder und gab seinen TV-Job auf.

Heute erreicht Friedman zwar nicht mehr die Zuschauerzahlen von einst, hat aber auf N24 seit 2004 wieder seine eigene Talkshow Studio Friedman. Außerdem schreibt er als Kolumnist für mehrere Medien.

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Quelle: AP

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Diego Maradona:

Der argentinische Ausnahmefußballer war beim SSC Neapel unter Vertrag, als 1991 erstmals Vorwürfe des Drogenmissbrauchs laut wurden. Dabei blieb es nicht. In den folgenden Monaten wurde Maradona der Steuerhinterziehung, des Drogenhandels und der Zuhälterei bezichtigt. Der Fußballweltverband Fifa verhängte eine 15-monatige Sperre, Maradona verlor Werbeaufträge im Wert von Millionen.

Zu Fußball-WM 2010 in Südafrika reiste Maradona als Trainer der argentinischen Nationalmannschaft an.

Hauptversammlung Bayer AG

Quelle: dpa

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Klaus Kleinfeld:

Im Zuge der Siemens-Schmiergeldaffäre 2007 wurde Kleinfelds Vertrag als Vorstandsvorsitzender der Siemens AG nicht verlängert.

Kleinfeld setzte seine Karriere in den USA fort. Seit 2008 ist er Geschäftsführer des amerikanischen Aluminium-Konzerns Alcoa.

© sueddeutsche.de/dpa/holz/joku/gba
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