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Chancen im Beruf:Wie man den Zufall beeinflusst

"Zufall passiert nicht, wenn ich zu Hause herumsitze und darauf warte, dass jemand an meine Tür klopft." Wer über Business-Netzwerke Mitarbeiter befrage, bekomme wertvolle Einsichten in sein Zielunternehmen und könne passgenaue Initiativbewerbungen schreiben.

"Extrovertierten Menschen fällt diese Vorgehensweise leichter", gibt Ragnhild Struss zu. Aber auch schüchterne Menschen können den Zufall beeinflussen: Sie sollten auf bereits bestehende Kontakte, etwa zu Hochschullehrern oder Ausbildern zurückgreifen, einen sehr guten schriftlichen Lebenslauf parat haben und Vorstellungsgespräche üben: "Gut vorbereitet kann ich Zufälle wesentlich besser nutzen."

Allerdings könne man Chancen nur erkennen, wenn man sich der eigenen Ziele, Wünsche und Stärken bewusst sei. Nur mit einer guten Vorbereitung, Selbstkenntnis und einer klaren Karrierestrategie geben wir unserem Gehirn die Möglichkeit, zufällige und doch relevante Informationen zu erkennen und darauf zu reagieren, so Struss: "Unsere Wahrnehmung lässt uns nur das bewusst erkennen, wofür wir ein Referenzsystem haben."

Chancenintelligenz entwickelt man daher durch Bewusstwerdung, durch Initiative überall dort, wo wir Einfluss haben - und Gelassenheit, wo der Zufall agiert, ergänzt Jens Braak. In seinen Interviews mit Menschen, die erfolgreich mit dem Unplanbaren umgegangen sind, stellte der Autor fest: "Wer offen ist für den Zufall, verfügt über eine gewisse innere Unabhängigkeit und fühlt sich wie von einer Welle getragen - auch wenn es gerade mal nicht so wie geplant läuft."

Schließlich gebe es immer Entwicklungen, für die wir nichts können, seien es positive Überraschungen wie der erste Kontakt zu einem potenziellen Geschäftspartner oder aber Schicksalsschläge wie eine schwere Krankheit. "Das können Sie nicht durch Strategien, durch Nachdenken und Planen verhindern." Wohl aber auffangen könne man es durch einen vernünftig gelassenen Umgang mit dem Auf und Ab des Lebens: "Niemand ist seines Glückes alleiniger Schmied."

© dpa, Deike Uhtenwoldt/gal

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