Bloggen als Business Die Lifestyle-Bloggerin

Carolin Grävendieck von sodapop-design.de (Bild: oh)

(Foto: )

Carolin Grävendieck, 33

Blog: sodapop-design.de

Reichweite: 23 000 Unique User pro Monat

Verdienst: nicht genug zum Leben

Ich bin Grafikerin und arbeite Vollzeit in einem Designbüro. Den Blog betreibe ich in meiner Freizeit, aber meine Chefs unterstützen mein Hobby - ich kann mich also auch mal während der Arbeitszeit darum kümmern. Aber die Hauptarbeit erledige ich nach Feierabend und am Wochenende. Ich arbeite ungefähr fünf bis zehn Stunden pro Woche daran, wobei das Schreiben sehr schnell geht, wenn ich ein Thema habe und mich dafür begeistere. Am längsten dauert die Recherche, gerade bei Do-it-yourself-Projekten.

Mit manchen Blogposts, wie beispielsweise dem über Stickbuchstaben, bin ich im Hintergrund wochenlang beschäftigt. Ich muss die Idee skizzieren, ausarbeiten und natürlich auch ausprobieren, ob das Ganze überhaupt umsetzbar ist. Dann kommt noch das Fotoshooting dazu. Da kommen bei einem Projekt schon mal 20 bis 30 Arbeitsstunden zusammen.

Geld verdiene ich durch Bannerwerbung und gelegentlich mit Affiliated Links, also mit einer Provision für verlinkte Produkte. Manchmal mache ich auch Sponsored Posts, aber nur, wenn ich hinter dem Produkt stehe und einen Mehrwert für meine Leser erkenne. Ich gebe meinen Werbepartnern keine Garantien für Seitenaufrufe oder Ähnliches. Ich glaube, das ist auch kein guter Gradmesser. Auch ein Blog, den nur fünf Leute lesen, kann eine gute Plattform sein, wenn er toll geschrieben und authentisch ist.

Heute bekomme ich fast täglich Anfragen von PR-Agenturen und Firmen. Oft sind auch recht unverschämte Mails dabei, wo man gleich merkt: Die schauen sich den Blog nicht mal an und suchen nur eine möglichst kostengünstige Werbeplattform. Meine Einnahmen reichen bei weitem nicht aus, um den Blog zu meinem Hauptberuf zu machen, aber das macht nichts. Ich will gar nicht davon leben, weil ich Angst hätte, dass mir dann der Spaß vergeht und ich aus der Not heraus meinen Blog mit Bannerwerbung für Online-Casinos und Partnervermittlungen zupflastern müsste. Der Blog ist mein Hobby, da will ich nichts machen, was sich nach Arbeit anfühlt.