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Bildungsfinanzierung:Ein magisches Ziel

Bis 2015 soll der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttosozialprodukt auf zehn Prozent steigen. Doch woher das Geld kommen soll, ist unklar.

Bund und Länder wollen mehr Geld für Bildung ausgeben. Doch verbindliche Zusagen gab es auf dem Gipfel noch nicht. Nach einer Statistik der OECD liegt der Anteil der Bildungsausgaben, gemessen an der Wirtschaftsleistung, bei 5,1 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als im OECD-Durchschnitt. Besonders wenig gibt Deutschland für Kindergärten und Grundschulen aus.

Kindergarten, ap

Kindergarten: Für sie gibt der Bund besonders wenig Geld aus.

(Foto: Foto: ap)

Weil die OECD Bereiche wie die Jugendarbeit nicht berücksichtigt, kommt das Statistische Bundesamt auf eine höhere Zahl (die jedoch international nicht vergleichbar ist). Demnach liegt der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttosozialprodukt bei 6,2 Prozent. 1995 betrug er 6,9 Prozent. Den Abwärtstrend wollen Merkel und die Länder stoppen: Bis 2015 soll der Anteil der Bildungsausgaben auf sieben Prozent steigen, plus drei Prozent für die Forschung.

Autonomie ist wichtiger als Geld

Zusammen ergibt dies das "Zehn-Prozent-Ziel". Um es zu erreichen, sind jährlich mehr als 20 Milliarden Euro zusätzlich nötig. Woher das Geld kommen soll, ob, wann und wohin es fließt, ist offen. Für diese Fragen soll eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern eingerichtet werden, die bis Ende 2009 Vorschläge machen soll. Außerdem gibt es den vagen Beschluss, dass Mittel, die wegen des Geburtenrückgangs etwa beim Kindergeld gespart werden, für Bildung ausgegeben werden könnten.

Wissenschaftler betonen, mehr Geld führe nicht zwangsläufig zu besseren Schulen und Unis. Gäbe man jedem Lehrer 500 Euro mehr Gehalt, würden die Bildungsausgaben in die Höhe schießen, aber nennenswerte Effekte auf die Qualität des Unterrichts hätte es nicht unbedingt (auch wenn kurzfristig die Motivation der Pädagogen steigen würde). Ludger Wößmann vom Ifo-Institut sagt, institutionelle Reformen - mehr Autonomie für Schulen - seien wichtiger als Geld. Andere Experten halten beides für nötig: Änderungen im System und mehr Mittel. Denn bessere Fortbildungen für Lehrer und zusätzliche Pädagogen, die schwache Schüler intensiv fördern, scheitern bisher auch am Geld.

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