Bildung von Pädagogen Gute Schüler werden keine Lehrer

Angehende Lehrer haben im Durchschnitt ein schlechteres Abitur gemacht als andere Akademiker, zeigt eine Studie.

Angehende Lehrer haben im Durchschnitt ein schlechteres Abitur gemacht als andere Akademiker. Dies gilt zumindest für Pädagogen an Grund-, Haupt- und Realschulen. Gymnasiallehrer hatten im Durchschnitt vergleichsweise gute Noten. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie des Münchner Bildungsökonomen Ludger Wößmann, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Wer gute Noten hat, geht nicht in Lehrberufe.

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Demnach hatten junge Lehrer an Grundschulen und in der Sekundarstufe I im Durchschnitt die Abiturnote 2,5. Akademiker, die einen Magister-Abschluss haben, schafften im Abitur hingegen im Durchschnitt die Note 2,3. Und Absolventen mit einem nicht-lehramtsbezogenen Staatsexamen, zum Beispiel in Medizin oder Jura, kommen auf einen Schnitt von 2,0. Gymnasiallehrer liegen mit 2,1 in einer mittleren Position.

Die Studie, die am Sonntag publik wurde, beruht allerdings auf alten Daten; sie entstammen einer Absolventenbefragung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) aus dem Jahre 1997. Politiker beklagen auch schon seit langem, es würden sich zu wenige gute Abiturienten für den Lehrerberuf entscheiden. Dies legen außerdem aktuellere HIS-Umfragen bei Studienanfängern nahe.

Demnach hatten 1996 sieben Prozent der neuen Lehramtsstudenten ein sehr gutes Abitur, 2003 waren es nur noch fünf Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil junger Lehramtsstudenten, die nur eine befriedigende Abiturnote vorweisen konnten, von 47 auf 49 Prozent.