Bildstrecke:Schlafe und Arbeite

Warum und wo japanische Beschäftigte schlafen.

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Die Kunst des Wegnickens

"Wer nach Japan reist, staunt über die langen Arbeits- und kurzen Schlafenszeiten der Japaner. Was auf den ersten Blick nicht wahrgenommen wird, ist, dass sich die Beschäftigten den Schlaf zurückholen", sagt die Japanologin Brigitte Steger.

Das Foto zeigt eine Besucherin eines Kaffehauses in Kyoto. Sie ist über ihren Deutsch-Hausaufgaben eingeschlafen - mit Buch und Stift in der Hand.

(Foto: Brigitte Steger)

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Fahren und schlafen

Auch in Zügen und U-Bahnen ist Schlafen üblich - und erlaubt. "Manche stellen sich auch nur schlafend", sagt Steger. "Sie wollen ihre Ruhe haben. Auch wenn sie im Zug im Gedränge stehen, müssen sie dann nicht kommunizieren. So wahren sie ihre Privatsphäre."

(Foto: Brigitte Steger)

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Und jeder sieht zu

Japaner gehen mit Schlaf ganz anders um: "In Deutschland wird zwischen Freizeit und Arbeit noch sehr stark getrennt. Die Schlafruhe ist fast heilig. Spät abends ruft man zum Beispiel nicht mehr privat an", sagt Steger. Japaner sehen das weniger streng. Dafür beherrschen die meisten die Technik, jederzeit und überall in Schlaf fallen zu können - so wie dieser Bauarbeiter in der Mittagspause.

(Foto: Brigitte Steger)

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Schlafe und führe

Ganz unumstritten ist "inemuri", was Steger mit "Anwesenheitsschlaf" übersetzt, aber auch in Japan nicht. Das bekommen hin und wieder die Politiker zu spüren. "Sie schlafen auch wirklich lange", sagt Steger - und das vor Kameras. Wenn der Politikerschlaf öffentlich kritisiert wird, geht es aber Steger zufolge weniger ums Schlafen - vielmehr äußere sich so nur die Unzufriedenheit mit der Politik.

(Foto: AP)

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Müde Köpfe

Auch an den Universitäten ist "inemuri" gang und gäbe. Das Foto zeigt einen Studenten, schlafend in der Bibliothek der Sophia-Universität Tokio. Eine Dozentin gab gegenüber der Japanologin Steger unumwunden zu, dass sie selbst während der Vorlesung hin und wieder einschlafe. "Und die Studenten?", fragte Steger. "Die schlafen auch", war die Antwort.

(Foto: Brigitte Steger)

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"Der hat's nötig"

Aber nicht jeder kommt ungeschoren mit einem kurzen Nickerchen zwischendurch davon. Es hängt von Beruf und Hierarchie ab. Nur wer glaubhaft machen kann, dass "inemuri" die Nebenerscheinung eines sonst sehr hohen Arbeitseinsatzes ist, "darf" schlafen. Generell sei in Japan jedoch die Bereitschaft groß, "inemuri" damit zu erklären, sagt Steger.

(Foto: Brigitte Steger)

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Fremder Rhythmus

So holen sich die Beschäftigten zurück, was sie nachts aufgegeben haben: Japaner schlafen im Schnitt kürzer als Europäer.

(Foto: Brigitte Steger)

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Einkehren, um zu schlafen

Dieses Foto zeigt einen schlafenden Besucher eines Familienrestaurants. Vielleicht ein Beschäftigter, der sich heimlich eine Pause gönnt?

(Foto: Brigitte Steger)

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Vorrecht der Fleißigen

Auf jeden Fall kann man viel lernen, wenn man sich mit den japanischen Schlafgewohnheiten befasst, meint Steger. Zum Beispiel, dass es nicht das eine richtige Schlafmodell gibt und Schlaf am Tag nicht zwingend mit Faulheit in Verbindung gebracht werden muss.

Die Japaner selbst haben inzwischen eine Legitimation für "inemuri" gefunden. Sie verweisen neuerdings auf die Power-Napping-Methode aus den USA.

Das Foto zeigt einen Besucher eines Kaffeehauses in Tokio.

(Foto: Brigitte Steger)

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