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Verdienen Berater wirklich Geld wie Heu? Und machen schöne Menschen schneller Karriere? sueddeutsche.de stellt zehn populären Jobmythen auf den Prüfstand.

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hässlich

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1. Schöne Menschen machen schneller Karriere - hässliche haben das Nachsehen.

Jeder Personaler wird bestreiten, Jobs und Beförderungen nach der Optik der Bewerber zu vergeben. Natürlich komme es nur auf Kompetenz, Wissen und Erfahrung an.

Doch gutes Aussehen ist auch gut für die Karriere: Unattraktive Männer haben nach Untersuchungen der Ökonomen Daniel Hamermesh und Jeff Biddle ein niedrigeres Einkommen als der Durchschnitt. Besonders Gutaussehende dagegen erhalten dagegen mehr.

Auch die Wirtschaftswissenschaftler Susan Averett und Standers Korenman haben die Beziehung von Gehalt und Aussehen untersucht. Sie prägten das Wort vom sogenannten Fettleibigkeitseffekt: Mit einem niedrigen Einkommen müssen vor allem Frauen und Männer zurechtkommen, die unter Übergewicht leiden.

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Netzwerk

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2. Mit Vitamin B findet man schneller einen Job.

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg haben im vergangenen Jahr 40 Prozent der Unternehmen ihre offenen Stellen über Kontakte der eigenen Mitarbeiter besetzt oder ihre ehemaligen Praktikanten angeheuert. Generell gilt: Je qualifizierter der Job, desto wichtiger die persönlichen Netzwerke.

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3. Frauen können sich nach oben schlafen.

Wer gibt schon zu, sich für die Karriere ausgezogen zu haben? Die Dunkelziffer könnte also etwas höher liegen, als es die Zahlen des Kondom-Herstellers Durex nahelegen: Demnach haben nur zwei Prozent der deutschen Frauen schon mal Sex mit dem Chef gehabt.

Auch die meisten Führungskräfte vermeiden es, am Arbeitsplatz zu flirten. Dahinter steckt die Vermutung, dass ein Verhältnis mit einer Untergebenen genau auf diesen Satz hinausläuft: "Die will sich doch nur nach oben schlafen." Da sich Chefs also häufig erst gar nicht auf eine Büro-Affäre einlassen, können Frauen auch nur ebenso selten versuchen, von der Liebschaft zu profitieren.

Nach Angaben von Durex sind im Übrigen vier Prozent aller Männer, die eine weibliche Vorgesetzte haben, schon mit ihr im Bett gelandet.

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4. Ohne Fleiß kein Preis.

Laut einer Studie des Computerkonzerns IBM ist die Arbeitsleistung nur zu zehn Prozent für den beruflichen Erfolg verantwortlich. 60 Prozent der Karriere hängen davon ab, wie gut man den Chef auf sich aufmerksam machen kann, weitere 30 Prozent gehen auf den persönlichen Eindruck zurück. Fleißig sein schadet also zwar nicht, wichtiger ist aber das Selbstmarketing.

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Geld

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5. Berater und Investmentbänker verdienen Geld wie Heu.

Die Gehaltsstudie der Personalberatung Alma Mater hat für Unternehmensberater ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 38.925 Euro pro Jahr ermittelt - das ist nicht schlecht, aber auch nicht vollkommen abgehoben.

Bei Investmentbankern dagegen sieht die Sache schon wieder anders aus: Sie erhalten zum Einstieg im Schnitt satte 100.000 Euro.

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René Obermann

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6. Eine echte Karriere können nur Akademiker machen - ohne Studium geht nichts.

Eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum zeigt, dass in mittelständischen Unternehmen lediglich 21 Prozent der Führungskräfte studiert haben. In Großkonzernen wird ein akademischer Abschluss zwar häufiger verlangt, trotzdem kann man es auch ohne bis ganz nach oben schaffen. So wie René Obermann: Er brach nach dem zweiten Semester sein VWL-Studium ab, heute ist er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom.

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Taxisfahrer

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7. Mit einem Soziologiestudium kann man nur Taxifahrer werden.

Die Nachfrage nach Sozialwissenschaftlern ist ziemlich dürftig. Im Jahr 2005 hatte die Agentur für Arbeit nur 268 Offerten für sie. Arbeitslos gemeldet sind derzeit 1408 Soziologen. Für sie gilt: Entweder eine Nische suchen, z.B. als Journalist oder Marktforscher - oder doch Taxifahrer werden.

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8. Beamte sind besonders faul.

Angeblich stauben Beamte den ganzen Tag nur Akten ab, spitzen Bleistifte an und verzehren genüsslich ihre Butterbrote. Doch die wöchentliche Arbeitszeit von Beamten beträgt je nach Bundesland zwischen 40 und 42 Stunden und damit genauso viel oder sogar mehr, als es in den meisten Tarifverträgen für Angestellte festgelegt ist.

Was Beamte in ihrer Arbeitszeit tatsächlich leisten, steht allerdings auf einem anderen Blatt: So schieben Polizisten und Staatsdiener im Gesundheitsdienst oft Dutzende Überstunden. Genauso gibt es jedoch Beamte, die früher bei der Bundespost beschäftigt waren und heute in einer Auffanggesellschaft darauf warten, dass noch jemand Verwendung für sie hat.

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9. Männer, die Elternzeit nehmen, haben schlechtere Karrierechancen.

Nach einer Allensbach-Umfrage befürchten vier von fünf Vätern berufliche Nachteile durch eine Elternzeit. Sie glauben, nur wer permanent Präsenz zeigt, hat bei der nächsten Beförderung eine Chance. Ob das tatsächlich zutrifft, hängt von der jeweiligen Unternehmenskultur ab: Ein Chef, der sich selbst immer nur um seinen Erfolg statt um seine Familie gekümmert hat, wird wenig Verständnis haben. Dabei sind zwei Monate im Vergleich zu einem 30 Jahre langen Berufsleben nun wirklich nicht besonders viel.

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Affäre im Büro

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10. Das Büro ist die beste Partnerbörse.

Jürgen Schrempp, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Daimler-Chrysler, heiratete seine Sekretärin, ebenso wie der Medienunternehmer Reinhard Mohn. Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, ehelichte die Journalisten-Kollegin Katja Kessler. Bei jeder dritten Eheschließung in Deutschland haben sich die Partner am Arbeitsplatz kennengelernt, so das Sozialforschungsinstitut Gewis.

Für den Arbeitgeber sind Liebeleien im Büro durchaus praktisch. Verliebte Mitarbeiter bleiben abends länger, um noch ein bisschen Zeit mit dem anderen zu verbringen. Und sie haben die besseren Ideen: Die Hormone kurbeln die Kreativität an.

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(sueddeutsche.de/mri)

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