Beförderung: Wer darf rauf?

Fünf Thomasse und sechs Frauen sind 2017 Vorstand geworden. Kein Witz, sondern Realität in deutschen Börsenunternehmen. Mit dem Beispiel hat die deutsch-schwedische Allbright-Stiftung jüngst aufgezeigt, wie wenige Frauen an die Spitze kommen. In 110 dieser 160 Firmen sitzt gar keine Frau im Vorstand.

Klar ist: Wer Frauen oben haben will, muss auch Frauen unten fördern. Gerade in Männerdomänen ist das nicht immer ­einfach. Das weiß vermutlich auch Nicola ­Leibinger-Kammüller. Die Chefin des Maschinenbauers Trumpf hat über Jahre auf Podien über "Quotilde" gespottet - nun aber jüngst bekannt: eine "heimliche Quote" gibt es doch in ihrem Familienunternehmen. Schlage die Personalabteilung ihr nur Männer für einen Führungsposten vor, müssen sie noch eine Kandidatin suchen. Mindestens eine Frau soll immer in die ­engere Auswahl kommen.

Bei Porsche steht sogar explizit in den Zielvereinbarungen, dass der Frauenanteil in Führungspositionen schon bald dem Frauenanteil in der Belegschaft entsprechen soll. Damit das gelingt, muss jede Führungskraft die gleiche Anzahl von Frauen und Männern befördern - und es werden Boni dafür gezahlt. Wenn Männer Männer fördern, gibt es kein Extrageld. Das treibt die Gleichstellung voran - und auch Frauen, die nicht unbedingt einen Thomas ablösen wollen.

Bild: Martin Fengel 7. Dezember 2018, 10:132018-12-07 10:13:52 © SZ Plan W vom 1.12.2018/lho