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Bewerbung mit Patchwork-Biographie:Eine gute Taktik

Schule oder Ausbildung abgebrochen oder gewechselt, dann aber alles auf ein Ziel ausgerichtet? "Kein Problem", sagt Knobbe. Daran sehen die Unternehmer, dass man nach einigen Wirrungen den Weg gefunden hat und ihm gefolgt ist. Ebenfalls unkritisch: Ein Mal den Ausbildungsplatz wechseln oder die Fachrichtung: "Die ausbildende Firma kann insolvent gehen, auch die Interessenlage kann sich ändern." Schwerer haben es sehr junge Leute, die tatsächlich nach der abgebrochenen Schule nichts mehr vorweisen können.

"Hoffentlich macht man als junger Mensch immer was: Reisen, dann hat man eine Sprache gelernt und seinen Horizont erweitert." Oder Fortbildungen, um sich in ein neues Thema einzuarbeiten. Ehrenamtliches Engagement ist ebenfalls ein Thema, das durchaus erwähnt werden kann. "Man kann sich auch beruflich neu orientieren, das ist gar nicht verwerflich", so Knobbe. "Aber kein ganzes Jahr lang."

Wenn sich Menschen mit Brüchen im Lebenslauf bewerben, brauchen sie keine echten Tricks - aber sie müssen ihre Unterlagen sehr gut aufbereiten. "Das macht es dem Personaler leichter und damit auch dem Bewerber." Beraterin Krausser-Raether empfiehlt Bewerbern mit Patchwork-Lebenslauf, zielgerichtet ihre Kompetenzen, Erfahrungen und Leistungsbeispiele aus den unterschiedlichen Berufs- und Lebensstationen zu erarbeiten.

"In der Konsequenz sollten sie sich nur auf Positionen bewerben, bei denen genau diese Erfahrungen und Kompetenzen auch gefragt sind." Dies könne neben den fachlichen Kompetenzen die Fähigkeit sein, mit Veränderungen umzugehen, Misserfolge zu bewältigen und daraus zu lernen. "Auch zeigt man damit Flexibilität und Offenheit für Neues."

Es gebe durchaus Firmen und Vorgesetzte, die Persönlichkeiten mit solchen handlungsorientierten Kompetenzen suchen. "Um damit Erfolg zu haben, ist allerdings immer ein konkreter Anknüpfungspunkt für die Bewerbung die Voraussetzung", so die Beraterin.

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