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Frage im Bewerbungsgespräch:"Wie sind Sie auf uns gekommen?"

Im Gespräch mit dem zukünftigen Chef sollte man nicht nur brav Antworten geben, sondern auch Interesse zeigen.

"Wie sind Sie denn gerade auf uns gekommen?" Eine klassische Frage, die Personalverantwortliche immer wieder gerne stellen - und erstaunlicherweise herrscht bei vielen Bewerbern um einen Ausbildungsplatz dann erst einmal Stille. "Viele Jugendliche denken, es reicht schon, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu sein, aber das ist längst noch nicht alles.

Es geht darum, dem Gegenüber klarzumachen, dass man genau derjenige ist, den das Unternehmen sucht", sagt Hubert Schöffmann, stellvertretender Ausbildungsleiter bei der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern (IHK).

Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch ist also die halbe Miete. Wer nicht weiß, was in dem betreffenden Betrieb hergestellt wird, kann nämlich gleich wieder einpacken. Kennen sollte man die Historie, die wichtigsten Produkte und die Entwicklung der Firma. Möglichkeiten, sich über diese Dinge zu informieren, gibt es dank Internet viele. Also erst einmal hinsetzen, und die Unternehmens-Homepage ansteuern.

Interesse an der Ausbildung zeigen

Ebenso wichtig ist es, sich über den Ausbildungsberuf genau zu informieren. Erste Anlaufstelle ist hier die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit im Internet. Unter www.berufenet.de finden sich umfassende Informationen zu insgesamt 6300 Berufen und zu den fast 400 offiziellen Ausbildungsgängen, die es in Deutschland gibt.

Die Frage, warum man denn ausgerechnet Mechatroniker oder Bankkaufmann werden will, kommt nämlich genauso sicher wie die nach dem Unternehmen. "Man muss dem Gesprächspartner signalisieren: Ich weiß, was ich will!", sagt Schöffmann.

Dabei sehen die Personalverantwortlichen es durchaus gerne, wenn die Kandidaten von sich aus offen erzählen, wenn sie Interesse an der Ausbildung zeigen und selbst Fragen stellen. Dann müssen sie nämlich den Bewerbern nicht alles aus der Nase ziehen.

Fragen zum Ausbildungsverlauf kommen dabei immer gut an, zum Beispiel: Wie viele Auszubildende gibt es bei Ihnen? Wer ist mein Ansprechpartner während der Ausbildung? Welche Stationen werde ich in der Ausbildung durchlaufen? Was ist für Sie der Schwerpunkt in der Ausbildung? Soll ich bei Ihnen vorher noch ein Kurzpraktikum machen?

Aufrecht dasitzen und Blickkontakt halten

Auch nach Weiterbildungsmöglichkeiten kann man fragen, um zu zeigen, dass man sich bereits intensiv mit seinem Beruf beschäftigt hat. Aber Vorsicht: Bei den Themen Verdienst und Urlaub sollte man zurückhaltend sein, rät Schöffmann. In den meisten Fällen kommen die Personalverantwortlichen ohnehin von sich aus darauf zu sprechen.

Viele weitere Kleinigkeiten entscheiden über den Gesamteindruck. Die Körpersprache ist besonders wichtig. Das heißt: aufrecht dasitzen und Blickkontakt halten.

Auch sollte man klar und deutlich sprechen und den Gegenüber nicht unterbrechen, wenn er redet. "Selbstbewusst auftreten, aber der Situation angemessen!", rät Schöffmann. Er empfiehlt allen Job-Startern, das Bewerbungsgespräch vorher mit Eltern oder in der Schule durchzuspielen.